Neue Schriften aus Bachs Zeit in Leipzig entdeckt
Nach dem Sensationsfund bisher unbekannter Bach-Werke Ende 2025 sind in Leipzig weitere historische Quellen zur Kirchenmusikzeit Johann Sebastian Bachs aufgetaucht. Im Stadtarchiv wurden rund 60 bis dato unbekannte Akten mit Handschriften aus dem Umfeld des Komponisten entdeckt, darunter Schriftstücke von Bach selbst sowie von Schriftsteller Johann Christoph Gottsched und Komponist Georg Philipp Telemann, wie die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mitteilte.
Gefunden wurden die Akten bereits Anfang vergangenen Jahres im Rahmen des Forschungsprojekts "Forschungsportal Bach". Die Auswertung habe sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, da es sich um umfangreiches und komplexes Material handle, erklärte der Musikwissenschafter Bernd Koska.
Neue Einblicke in Bachs Leipziger Kirchenmusik
Die Quellen enthalten Briefe und Bewerbungsschreiben Leipziger Studenten und dokumentieren erstmals, dass der Leipziger Rat studentische Sänger und Instrumentalisten gezielt finanziell unterstützte. "Die Leipziger Kirchenmusik beruhte nicht allein auf künstlerischer Exzellenz, sondern auf einer funktionierenden kommunalen Förderstruktur", sagte Koska.
Als besonders bedeutend gilt ein bisher unbekanntes Zeugnis Johann Sebastian Bachs aus dem Jahr 1740 für seinen bevorzugten Bassisten Gottlob Friedrich Türsch. Zudem fanden die Forscher das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns sowie ein Zeugnis Gottscheds für den Komponisten Johann Friedrich Doles.
Sonderausstellung im Stadtarchiv
Die neu entdeckten Handschriften werden noch bis zum 23. April in einer Sonderausstellung im Stadtarchiv Leipzig gezeigt. Das 2023 gestartete "Forschungsportal Bach" erschließt erstmals digital sämtliche archivalischen Quellen zur gesamten Musikerfamilie Bach und macht sie öffentlich zugänglich.