Tobias Herber mit Adolf-Adam-Preis ausgezeichnet - JKU kürte Jung-Informatiker
Auch heuer wurden wieder drei Absolventen der Johannes Kepler Universität Linz mit dem Adolf-Adam-Informatikpreis ausgezeichnet. Für seine Masterarbeit "Web-based Bytecode Interpreter Visualization" durfte sich Tobias Herber über den ersten Platz freuen. Oberstufen-Schüler*innen aus ganz Oberösterreich spielten dabei die Jury.
Zur Preisverleihung kamen mehr als 400 Schüler*innen, die nach den Vorträgen via Handy über die präsentierten Arbeiten abstimmten und so Tobias Herber nach seinem Vortrag "Inside the Machine - Wie Computer Programme verstehen" zum Sieger wählten. "Meine Masterarbeit beschäftigt sich damit, wie komplexe Vorgänge in Computern verständlich gemacht werden können", erläutert der Preisträger.
Die Finalisten:
Tobias Herber
Inside the Machine - Wie Computer Programme verstehen:
Programme werden von Menschen in Sprachen wie Java geschrieben und anschließend in Bytecode übersetzt, der dann in einer virtuellen Maschine ausgeführt wird. Diese Abläufe bleiben normalerweise unsichtbar. In seiner Arbeit hat Herber ein Web-Tool entwickelt, das genau diese internen Schritte sichtbar macht: Es zeigt anschaulich, wie Befehle verarbeitet und Daten im Speicher bewegt werden. Die Arbeit zeigt, wie mittels Softwarevisualisierung komplexe Vorgänge verständlich werden.
Lukas Freiseisen
Was macht mein Code? - Auf Spurensuche in verteilten Systemen:
Die Arbeit befasst sich mit Software Monitoring, das für den zuverlässigen Betrieb moderner, komplexer Softwaresysteme unerlässlich ist. Da viele Abläufe erst zur Laufzeit sichtbar werden, nutzt Freiseisen Process Mining, um aus Log- und Eventdaten automatisch Prozessmodelle abzuleiten. Sein Verfahren erkennt zeitliche Beziehungen zwischen Aktivitäten und bewertet deren Auftretenswahrscheinlichkeit, um so das Verhalten des Systems zu analysieren und Abweichungen zu erkennen.
Alexander Voglsperger
Spiele an der Basis hacken - Programme zur Laufzeit verändern:
Die Arbeit beschäftigt sich mit dynamischer Maschinencode-Instrumentierung, mit deren Hilfe Programme während ihrer Ausführung analysiert und verändert werden können. Dafür hat Voglsperger eine generische C++-Bibliothek entwickelt, die kleine Programmelemente ("Hooks") direkt in den laufenden Code einfügt. So können Funktionen überwacht, Daten ausgelesen oder das Verhalten des Programms beeinflusst werden.
Beeindruckende Qualität und Vielfalt
Für den Preis konnten sich Absolvent*innen des JKU Masterstudiums Computer Science bewerben, die ihr Masterstudium im vergangenen Studienjahr abgeschlossen haben und deren Arbeit mit "Sehr gut" beurteilt wurde. In einer Vorauswahl durch eine Fachjury wurden die besten drei für das Finale nominiert. "Informatiker*innen werden in vielen Bereichen dringend gesucht", sagte der Juryvorsitzende Prof. Paul Grünbacher. "Ich freue mich, dass wir so viele junge Leute an der JKU begrüßen konnten. Die prämierten Arbeiten zeigen die große Vielfalt und hohe Qualität der Ausbildung unseres Informatikstudiums. Ich gratuliere den Preisträgern nicht nur zu ihren herausragenden Arbeiten, sondern auch zur Fähigkeit, diese Themen in sehr kreativer Weise und in allgemein verständlicher Form zu präsentieren."
Über den Preis und seinen Namensgeber
Der mit 1.500 Euro dotierte Informatikpreis wurde gemeinsam mit dem Hauptsponsor Raiffeisen Software und der Österreichischen Computer Gesellschaft vergeben. Der Namensgeber Univ.-Prof. Adolf Adam (1918-2004) war österreichischer Statistiker und Informatiker. Er wurde 1966 an die Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften nach Linz berufen und erstellte das Linzer Informationswissenschaftliche Programm (LIP), mit dem er den Weg zur Etablierung der Informatik als anerkannte Studienrichtung ebnete. Die heutige JKU war 1969 die erste österreichische Universität, an der ein Informatikstudium eingerichtet wurde. Auf Adams Betreiben erfolgte 1971 auch die Umbenennung in Johannes Kepler Universität Linz.
Zur Person
Tobias Herber ist 24 Jahre alt und lebt in Enns. Er arbeitet beim Start-up Metorial und er ist auch in seiner Freizeit begeisterter Programmierer.
Kontakt: Mag. Christian Savoy PR-Mitarbeiter Universitätskommunikation JOHANNES KEPLER UNIVERSITÄT LINZ Altenberger Straße 69 4040 Linz, Österreich T +43 732 2468 3012 christian.savoy@jku.at www.jku.at