Frauengesundheit als Standortfaktor: Merck bei der Debatte am World Economic Forum in Davos
Beim World Woman House im Umfeld des World Economic Forum in Davos diskutierten internationale Expertinnen und Experten die Rolle von Women's Health für Innovation und Produktivität - von Gesundheitsdaten und Forschung bis hin zu Standort- und Arbeitsmarktfragen.
Frauen verbringen weltweit im Schnitt rund neun Jahre ihres Lebens in eingeschränkter Gesundheit - ein Umstand, der nicht nur die individuelle Lebensqualität betrifft, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Folgen hat. Gleichzeitig sind Frauen in klinischen Studien weiterhin unterrepräsentiert, was die Entwicklung passgenauer Therapien erschwert und bestehende Versorgungslücken verstärkt. "Wenn wir über Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und die langfristige Stabilität von Volkswirtschaften sprechen, müssen wir Frauengesundheit konsequent mitdenken", sagte Dr. Leif E. Moll, noch-Geschäftsführer Merck Österreich, bei der Paneldiskussion "Healthy Women - Health Economies" im World Woman House in Davos. Moll wechselt nach eigenen Angaben von Österreich in die Schweiz, wo er die Geschäftsführung für die Schweizer Niederlassung übernimmt. "Gesunde Lebensjahre sind eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Teilhabe, Innovationsfähigkeit und gesellschaftlichen Wohlstand", so Moll.
An der Diskussion nahmen unter anderem Prof. Dr. Gudrun Sander, Director des Institute for International Management and Diversity Management sowie Leiterin des Competence Center for Diversity, Disability and Inclusion (CCDI) und Silvia Candamil Neira, Vice President der Global Initiative on Ageing & Longevity (GIA Longevity) teil. Moderiert wurde das Panel von Kendra Jones, Associate Director, Government & Public Affairs, Merck Healthcare. Die Diskussionsteilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass auch die demografischen Entwicklungen den Handlungsdruck verschärfen. Die Fertilitätsraten befinden sich international auf historischen Tiefstständen. In der Schweiz liegt die zusammengefasste Geburtenziffer 2024 bei 1,29 Kindern pro Frau, in Österreich bei 1,31 und damit deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau.
Österreich im demografischen und gesundheitlichen Kontext
In Österreich zeigt sich der Zusammenhang zwischen Gesundheit, Demografie und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit besonders deutlich. Frauen haben hierzulande eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 84,5 Jahren (2024), verbringen jedoch einen relevanten Teil davon nicht in guter Gesundheit. Die gesunde Lebenserwartung (Healthy Life Expectancy) lag zuletzt veröffentlicht für 2019 bei 64,7 Jahren.
Zudem bestehen strukturelle Unterschiede in Forschung und Versorgung: Frauen sind in medizinischen Studien weiterhin unterrepräsentiert, während sie gleichzeitig häufiger von bestimmten chronischen Erkrankungen betroffen sind. Auch im Bildungs- und Forschungsbereich zeigt sich Nachholbedarf - insbesondere in MINT-Studien und in der industriellen Forschung.
"Die Datenlage ist eindeutig: Investitionen in Frauengesundheit wirken sich nicht nur positiv auf individuelle Lebensverläufe aus, sondern haben messbare volkswirtschaftliche Effekte", betonte Moll. "Es geht dabei nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um ein systemisches Verständnis von Gesundheit, Bildung, Forschung und Arbeitswelt."
Kooperation als Schlüssel
Zentrale Hebel sehen die Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer in der Zusammenarbeit zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. "Kein Akteur kann diese Herausforderungen allein lösen. Fortschritte entstehen dort, wo Verantwortung geteilt und gemeinsam gedacht wird", so Moll.
Auch Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle. Merck setzt unter anderem auf gender-neutrale Elternkarenzmodelle, Fertility-Benefits, die Mitarbeitende bei Kinderwunsch, Fruchtbarkeitsbehandlungen und Familienplanung unterstützen und eine inklusive Unternehmenskultur. "Unternehmerische Verantwortung endet nicht bei internen Regelungen", sagte Moll. "Es geht darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Gesundheit, Chancengleichheit und Innovation langfristig ermöglichen - auch über die Grenzen eines Unternehmens hinaus." Langfristig, so der Tenor der Diskussion in Davos, ist Frauengesundheit kein Nischenthema, sondern ein zentraler Faktor für wirtschaftliche Resilienz, Innovationskraft und gesellschaftlichen Fortschritt.
Quellen (Auswahl):
World Woman Foundation: World Woman Davos Agenda 2026 (Programm/Panel "MERCK: Healthy Women - Health Economies", 21.01.2026); World Economic Forum & McKinsey Health Institute: Closing the Women's Health Gap: A $1 Trillion Opportunity to Improve Lives and Economies (Report/PDF, 17.01.2024); Bundesamt für Statistik (Schweiz): Mitteilung "Rückgang der Geburtenhäufigkeit in der Schweiz" (TFR 2024: 1,29; publiziert 10.11.2025); Statistik Austria: "Geburtenbilanz 2024" (TFR 2024: 1,31; Aussendung/Publikation 26.02.2025); Statistik Austria: "Healthy life expectancy" (Frauen 2019: 64,7 Jahre); Europäische Kommission/OECD: Austria - Country Health Profile 2025 (Lebenserwartung Frauen 2024: 84,5 Jahre).
Rückfragehinweis Mag. Markus Satory Market Access & Governmental Affairs Director Merck Gesellschaft mbH Phone: +43 1 576 00 - 0 E-mail: markus.satory@merckgroup.com Website: www.merck.at