Welser FH-Forscher gewinnt "Aichelin Young Speaker Award" im Bereich Industrieller Wärmebehandlung
Daniel David sorgt für gute Atmosphäre - nicht nur, weil er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Metallurgie und Härtereitechnik am Campus Wels der FH Oberösterreich eine Doktorarbeit verfasst, sondern weil die Erkenntnisse aus seiner Forschung auch einen Beitrag zur CO2-Reduktion in der Weiterverarbeitung von hochfesten Stahlprodukten leisten. Honoriert wurde seine wissenschaftliche Arbeit jetzt mit einem Preis aus der Fachwelt, den er im Rahmen einer internationalen Konferenz erhielt.
Der "Aichelin Young Speaker Award" wird an einen jungen Forscher unter 35 Jahren für die beste Präsentation auf einer Konferenz der IFHTSE (International Federation for Heat Treatment and Surface Engineering) in Europa verliehen. Der von der weltweit tätigen Aichelin Holding GmbH als Spezialisten für industrielle Wärmebehandlung von Metallen gesponserte Preis würdigt Präsentationen, die wissenschaftlich oder kommerziell relevant sind und Auswirkungen auf die industrielle Praxis haben. Zu den Kriterien zählen auch die Qualität der Präsentation und die Kompetenz, mit welcher Fragen aus dem Fachpublikum beantwortet werden.
Vortrag vor Auditorium aus 180 Expert*innen
Von insgesamt sechs für den mit 1500 Euro dotierten Award nominierten Vortragenden konnte sich vor 180 Teilnehmer*innen bei der diesjährigen IFHTSE-Konferenz in Prag schließlich der 31-jährige Innviertler Daniel David durchsetzen. Die Präsentation trug den Titel "Phosphorus embrittlement in austenite during heat treatment of an air hardening steel".
CO2-Einsparung durch Wegfall von Wärmebehandlung
Das Forschungsthema wird im Zuge der Dissertation von Daniel David - Legierungsentwicklung eines lufthärtenden Stahls - in der Welser FH-Forschungsgruppe Metallurgie und Härtereitechnik in Kooperation mit der Voestalpine Stahl Donawitz sowie der Technischen Universität Graz bearbeitet. Lufthärtende Stähle bieten Vorteile hinsichtlich CO2-Einsparung sowie reduziertem Verzug, da sich die Ziel-Werkstoffeigenschaften bereits im Zuge der Luftabkühlung aus der Prozesswärme einstellen, wodurch eine nachfolgende Wärmebehandlung obsolet wird.
Hohe Anforderungen an die Zähigkeit
Da der neu entwickelte Werkstoff vermehrt anstelle des eine hohe Zähigkeit aufweisenden Vergütungsstahls eingesetzt werden soll, gilt diese Anforderung auch für lufthärtende Stähle. Im Zuge der Dissertation zeigt David die werkstoffkundlichen Phänomene, welche die mechanischen Eigenschaften wie etwa Zähigkeit beeinflussen, auf.
Dabei hat sich die Anreicherung von Phosphor an den Austenitkorngrenzen, bei langsamer Abkühlung sowie tiefen Austenitisierungstemperaturen, als wichtiger Einflussfaktor auf die Zähigkeit herausgestellt. Durch die Kenntnis dieses Phänomens kann in weiterer Folge über die Anpassung von Prozess und chemischer Zusammensetzung des Stahls eine höhere Zähigkeit eingestellt werden.
Über die FH Oberösterreich
Die FH Oberösterreich ist die forschungsstärkste Fachhochschule Österreichs. An unseren vier Standorten werden unterschiedliche Studienschwerpunkte angeboten: Informatik, Kommunikation und Medien am Campus Hagenberg, Medizintechnik und Angewandte Sozialwissenschaften am Campus Linz, Wirtschaft und Management am Campus Steyr sowie Technik und Angewandte Naturwissenschaften am Campus Wels. Mit 75 Bachelor- und Masterstudiengängen, von denen 32 berufsbegleitend studiert werden können, offeriert die FH OÖ ein breitgefächertes Angebot an praxisorientierten und innovativen Studiengängen. Weitere Informationen sind auf der Website zu finden: Fachhochschule Oberösterreich.
Rückfragekontakt: Dipl.-Ing. Daniel David Tel.: +43 680 3193229 E-Mail: daniel.david@fh-wels.at
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