Innsbrucker "Haus der Physik" auf Schiene
Das bei der Universität Innsbruck angesiedelte "Haus der Physik", das 2028 fertiggestellt sein soll, nimmt weiter Form an: Nach dem Spatenstich im April 2025 erfolgte am Montag die Grundsteinlegung für das 230 Millionen Euro schwere Projekt der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Die ursprünglich gestiegenen Kosten sollen jetzt halten, sagte BIG-Geschäftsführerin Christine Dornaus zur APA. Uni-Rektorin Veronika Sexl sah durch das Gebäude "einen neuen Campus" entstehen.
In der Vergangenheit war es zu einer Steigerung der Investitionskosten gekommen. 2022 plante die BIG noch mit 180,8 Millionen Euro. Zum Zeitpunkt des Spatenstichs war schließlich von 230 Millionen die Rede, die das Gebäude, das mit einer Fläche von rund 28.000 Quadratmetern zu Buche schlägt, kosten wird. "Nicht nur das Budget, auch der anvisierte Zeitplan wird aus heutiger Sicht halten", versicherte Dornaus. Von weiteren "Mehrkosten" sei nicht auszugehen, zumal nicht "gröbere unvorhergesehene Dinge" passierten, so die BIG-Geschäftsführerin, die von einer künftigen "Hochburg der Wissenschaft" sprach.
Ende für "beengte räumliche Bedingungen der Physik"
Rektorin Sexl sah unterdessen die kommenden Möglichkeiten für "neue Schnittstellen", die das "Haus der Physik" ermöglichen werde. Diese würden sich vor allem deshalb ergeben, weil am "Technik-Campus", auf dessen Areal das "Haus der Physik" stehen wird, Naturwissenschaften wie etwa die Physik oder Biologie beheimatet seien. Das "Haus der Physik" setze nunmehr noch weitere Akzente und bilde den notwendigen Rahmen für "exzellente Forschung" und ermögliche nicht weniger als einen "neuen Campus", betonte Sexl.
In ihrer Ansprache im Rahmen der Grundsteinlegung sprach die Rektorin davon, dass mit dem neuen Gebäude auch die aktuell "beengten räumlichen Bedingungen der Physik" ihr Ende finden würden. Künftig werde es Bedingungen geben, die diese "international sichtbare" Wissenschaft auch verdient habe. Ab dem Wintersemester 2028 werde das "Haus der Physik" jedenfalls 850 Studierenden und 500 Mitarbeitern genügend Raum bieten, so Sexl.
"Grundstein für moderne Spitzenforschung"
Mit der Grundsteinlegung setze man jedenfalls auch den "Grundstein für moderne Spitzenforschung", sagte wiederum Gregor Weihs, Vizerektor für Forschung der Universität Innsbruck. Auch Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr (SPÖ) betonte, dass nunmehr endlich Raum geschaffen werde für "absolute Exzellenz", die weiterhin "weit über Innsbruck hinausstrahlen wird".
Im "Haus der Physik" wird es auf vier Geschossen Physik-Labore geben. Ein zweigeschossiger Hörsaal soll zudem bis zu 300 Personen Platz bieten. Im Unter- und Erdgeschoss werden künftig "schwingungsempfindliche Experimente" durchgeführt, die Labore in den oberen Geschossen sind für weniger empfindliche Forschung ausgelegt. Mit den Laboren sollen die Bedingungen für die international renommierte Innsbrucker Quantenphysik sowie die anderen Physikinstitute noch einmal verbessert werden. An der Grundsteinlegung am Montag nahm übrigens auch die an der Uni Innsbruck tätige frisch gekürte "Wissenschafterin des Jahres 2025", die Quantenphysikerin Francesca Ferlaino, teil.