Rom als Vorbild: Archäologie-Experten tagen bei "ArcheoSite"
Rom entwickelt sich zunehmend zu einem internationalen Hotspot für moderne Archäologie und Denkmalpflege. In der Ewigen Stadt findet derzeit der Fachkongress "ArcheoSite" statt, an dem mehr als 70 Expertinnen und Experten aus 37 Ländern teilnehmen. Im Mittelpunkt stehen neue Strategien für Erhalt, Management und Vermittlung archäologischer Stätten.
Diskutiert werden unter anderem die Instandhaltung historischer Monumente, digitale Überwachungssysteme, Restaurierungsmethoden sowie die Erneuerung archäologischer Areale im urbanen Raum. Weitere Themen sind innovative Ticketing-Systeme zur Betrugsbekämpfung, multimediale Vermittlungskonzepte, Fundraising-Modelle und neue Kommunikationsformen - von sozialen Medien bis hin zum Einsatz filmischer Erzählweisen.
Austausch zwischen Europa und dem Mittelmeerraum
"Rom entwickelt sich zu einem kulturellen Hub des Austauschs zwischen Europa und dem Mittelmeerraum - dank der Autorität seines Erbes und dessen Managements", erklärte Simone Quilici, seit Oktober 2025 Leiter des archäologischen Parks des Kolosseums, am Rande des Fachkongresses.
An der dreitägigen Tagung, die am Freitag in der Curia Julia im Herzen des Forum Romanum endet, beteiligten sich Wissenschafter, Fachleute und Verantwortliche bedeutender archäologischer Stätten des Mittelmeerraums, die sich über zentrale Fragen von Schutz, Verwaltung und Vermittlung archäologischen Erbes im 21. Jahrhundert austauschen. "In diesem Szenario ist Rom so etwas wie das Mutterhaus der Archäologie", sagte Quilici, der auch Landschaftsarchitekt ist. Archäologische Stätten müssten heute neu gedacht und wieder stärker mit Städten und ihren Bewohnern verknüpft werden.
Kolosseum als Vorzeigeprojekt
Als Beispiel gilt das Kolosseums, das 2025 15 Millionen Besucher meldete. 2026 sind unter anderem exklusive Führungen, kostenlose Kurse in Latein und Griechisch sowie regelmäßige Lesegruppen geplant. "In Rom wird Archäologie nicht nur bewahrt, sondern aktiv weiterentwickelt - und dient damit international als Modell", erklärte Quilici.
Weitere Vorzeigeprojekte betreffen die Einführung integrierter digitaler Ticketsysteme an der Via Appia Antica und im Nationalmuseum Rom sowie Hightech-Restaurierungen wasserbezogener Anlagen in der Villa Adriana bei Tivoli und in den Caracalla-Thermen. Große Resonanz fanden zudem Baustellenbesuche an der Crypta Balbi und der neuen Metrostation Colosseo-Fori Imperiali.