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Der Anteil internationaler Studenten ist mit 44 Prozent sehr hoch © APA (Pfarrhofer/Symbolbild)
Der Anteil internationaler Studenten ist mit 44 Prozent sehr hoch © APA (Pfarrhofer/Symbolbild)

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20 Jahre Privatunis: Forderung nach weniger Bürokratie, mehr Rechten

24.06.2019

Vor 20 Jahren wurde die gesetzliche Grundlage für die Gründung von Privatuniversitäten geschaffen. In dieser Zeit haben sich diese laut Elmar Pichl, Sektionschef im Bildungsministerium, "von einem kleinen Randphänomen zu einem relevanten Faktor entwickelt". Bei den Rahmenbedingungen sehen die Privatuni-Rektoren allerdings Veränderungsbedarf. Sie fordern u.a. weniger Bürokratie und mehr Rechte.

Konkret bräuchten die Privatunis bessere Rahmenbedingungen, um internationale Angebote zu entwickeln, betonte der Präsident der Privatuni-Rektorenkonferenz (ÖPUK), Karl Wöber, bei einer Pressekonferenz. Außerdem forderte er mehr Mitspracherechte in wichtigen Gremien, mehr Gestaltungsfreiheit und Unterstützung bei Anliegen der Privatunis in der EU, etwa im Umgang mit unseriösen Angeboten.

Auch im Inland brauche es faire Wettbewerbsbedingungen, so Wöber. Problematisch sei etwa, wenn staatlich finanzierte Hochschulen Studien gegen Entgelt anbieten und damit die Privatunis konkurrenzieren, die Privatunis ihre Angebote im Gegensatz zu den öffentlichen Unis aber "aus historischen Gründen" akkreditieren lassen müssen.

Novelle des Qualitätssicherungsgesetzes

Auch aus Sicht von Pichl sind "nach 20 Jahren Erfolgsstory" andere Rahmenbedingungen notwendig - etwa einfachere Verfahren oder gleiche Wettbewerbsbedingungen bei Weiterbildungsangeboten. Das Ministerium arbeite seit eineinhalb Jahren an einer Neuregelung des Hochschul-Qualitätssicherungsgesetzes, die entsprechende Novelle soll nächstes Jahr vorliegen.

Pichl stellte allerdings auch infrage, ob wirklich alles in Österreich eine Privatuniversität sein müsse oder ob eine "einfache Private Hochschule", wie sie in Deutschland etabliert ist, nicht vielfach reichen würde. Dass die Qualitätssicherung derzeit passe, zeigt sich für ihn darin, dass in den vergangene zwei Jahrzehnten mehr als die Hälfte der Anträge zur Errichtung einer Privatuni nicht genehmigt wurden und immer wieder Einrichtungen die Akkreditierung entzogen wurde.

Mehr als 200 Studien im Angebot

14 Privatunis gibt es derzeit in Österreich, wobei "privat" nur bedeutet, dass der Bund diese nicht mitfinanzieren darf. Als "fully private independent" kann man laut Pichl nur ein Drittel der Institutionen bezeichnen. Bei den anderen sind Länder, Städte, Gemeinden oder Kammern an der Finanzierung beteiligt. Im Angebot haben sie mehr als 200 Studien, von Sozial- und Wirtschaftswissenschaften über Recht und Medizin bis zu Psychotherapie.

Der Anteil internationaler Studenten ist mit 44 Prozent wesentlich höher als an den öffentlichen Unis (29) oder Fachhochschulen (19). "Sehr erfolgreich" sind die Unis laut Sabine Schindler, Rektorin der Tiroler Privatuni UMIT, auch beim Einwerben kompetitiver Forschungsmittel: Diese machen mittlerweile 15 Prozent ihrer F&E-Mittel aus (öffentliche Unis: 13 Prozent), über die Förderagenturen FWF (2,7 Mio. Euro) und FFG (600.000 Euro) konnten 2018 so viele Mittel eingeworben werden wie nie zuvor. "Das zeigt, dass die Privatuniversitäten sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Angewandten Forschung erfolgreich sind."

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