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Bundeskanzler besuchte "Brennpunktschule" © APA (Neubauer)
Bundeskanzler besuchte "Brennpunktschule" © APA (Neubauer)

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Bildungsreform: Kern sieht "nur einen Schritt vorwärts"

19.06.2017

Die Bildungsreform werde nur ein Schritt vorwärts sein, dieser reiche allein "bei weitem" nicht aus, erklärte Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) am Rande eines Besuchs einer "Brennpunktschule" im 9. Wiener Gemeindebezirk.

Entscheidend sei unter anderem, dass es zu einer personellen Aufstockung des Lehrerpersonals kommt, unterstrich Kern eine seiner sieben Koalitionsbedingungen, wonach die SPÖ 5.000 neue Lehrerstellen fordert. "Wir brauchen einfach mehr Ressourcen für die Schulen", sagte der Kanzler nach seinem Rundgang durch die Neue Mittelschule in der Glasergasse.

Dabei nahm der SPÖ-Chef auch Bezug auf die Probleme in sogenannten "Brennpunktschulen": "Wenn Kinder aus unterschiedlichen Ländern, unterschiedlichen Kulturen zusammenkommen, mit unterschiedlichen Sprachfähigkeiten", dann sei es schlicht notwendig, mehr zu investieren. Es werde aber nicht ausreichen, nur in den klassischen Lehrerberuf zu investieren, sondern auch dafür zu sorgen, mehr Sozialarbeiter zu genehmigen, nahm Kern Bezug auf eine entsprechende Forderung von Schuldirektorin Anna Maria Rapp.

Wichtig seien auch Investitionen in die Digitalisierung der Schulen, meinte Kern. Jedes Kind müsse einen Laptop bekommen, jede Schule einen WLAN-Anschluss: "Das sind essenzielle Zukunftsfragen", sagte der Kanzler.

"Massiver Ausbau" des Kindergartens notwendig

Notwendig sei aber auch ein "massiver Ausbau" des Kindergartens. Dass Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl die Finanzierung der SPÖ-Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr in Zweifel gezogen hatte und von einer Milliarde Zusatzkosten gesprochen hatte, wischte Kern vom Tisch. Die Zahl sei völlig überzogen. "Wenn wir nicht bereit sind, in dieses Bildungssystem zu investieren, dann machen wir einen großen Fehler."

Vor seinem Pressestatement stattete Kern zwei Klassen der Neuen Mittelschule einen Besuch ab. Dabei zeigte er sich von den Informatikklassen durchaus angetan. Seine Frage, ob die bevorstehenden Sommerferien vor allem "Faulenzen im Schwimmbad" bringen werden, beantwortete ein Schüler mit einem begeisterten "Ja". Bei seiner Verabschiedung aus der Klasse wünschte der Kanzler noch "schöne Ferien". Einer der Schüler replizierte daraufhin "Ihnen auch".

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