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Bildungsreform: Präsidiale Freude, Eltern warnen vor "Geschenkpaket"

19.06.2017

Angesichts der Einigung zum Schulautonomiepaket warnt der Vorsitzende des Bundeselternverbands an den mittleren und höheren Schulen (BEV), Gernot Schreyer, vor dem Einsickern des "ideologischen" Gesamtschul-Projekts. "Das bekommen wir jetzt als Geschenkpaket für eine parteipolitische Packelei", sagte er zur APA. Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm die Einigung hingegen erfreut auf.

"Wir bekommen hier etwas zusätzlich herein, worüber in den letzten eineinhalb Jahren gar nicht gesprochen wurde", sagte wiederum Schreyer in Bezug auf die nunmehrige Aufnahme der Ermöglichung von flächendeckenden Modellregionen für die gemeinsame Schule der Zehn bis 14-jährigen in Vorarlberg und dem Burgenland in das Gesetzespaket. Dem Konzept an sich könne er "nichts Gutes abgewinnen", betonte der BEV-Vorsitzende erneut. Zudem fürchtet er, dass nun weitere rote Tücher für die Elternvertreter wie die Umsetzung eines Sozialindexes, bei dem Schulen mit vielen Schülern aus bildungsferneren Familien mehr Mittel bekämen, ausgerollt werden könnten.

Skepsis über Mehrheiten an den Standorten

Damit ein Schulstandort allerdings an einer Modellregion teilnehmen kann, ist die Zustimmung einer einfachen Mehrheit der Eltern pro Standort erforderlich. Zusätzlich muss bei der Abstimmung auch eine Mehrheit von einem Drittel der insgesamt Abstimmungsberechtigten Eltern herauskommen. "Wenn man jetzt Elternrechte am Standort wahrt und dadurch ein Drüberfahren verhindert, muss man das natürlich ausdrücklich begrüßen. Das ist aber ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Schreyer, der sich skeptisch zeigte, ob diese Mehrheiten an den Standorten auch tatsächlich erreicht werden.

Erfreut zeigte sich hingegen Bundespräsident Van der Bellen in einer Aussendung. Es sei "erfreulich, dass es nun mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung nach intensiven Gesprächen zu einer Einigung bei der Bildungsreform gekommen ist". Trotz des vor der Tür stehenden Wahlkampfes hätten die Parteien ihre Verantwortung gegenüber Österreichs Schülern, Eltern und Pädagogen wahrgenommen. "Viel wird nun von der Umsetzung abhängen. Wichtig ist, dass die Verbesserungen im Klassenzimmer ankommen", so der Bundespräsident.

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