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2007 bekam Starkey den Ritterorden Commander of the British Empire verliehen © APA (AFP)
2007 bekam Starkey den Ritterorden Commander of the British Empire verliehen © APA (AFP)

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Cambridge-Historiker für abfällige Äußerungen über Schwarze in Kritik

06.07.2020

Nach abfälligen Äußerungen über Schwarze und die Anti-Rassismus-Proteste in den USA und Großbritannien hat der britische Historiker David Starkey seine Tätigkeit bei der Universität Cambridge aufgegeben. Auch die Canterbury Christ Church University im Südosten Englands löste ihren Vertrag mit Starkey, wie die Hochschule via Twitter mitteilte.

Starkeys Äußerungen über die Sklaverei und Schwarze seien "völlig inakzeptabel". Auch Starkeys Verleger HarperCollins distanzierte sich von ihm. Starkey ist ein Experte für die Tudor-Zeit im 16. Jahrhundert, in dem der Sklavenhandel in Amerika und der Karibik zunahm. 2007 war ihm von der britischen Königin Elizabeth II. der Ritterorden Commander of the British Empire verliehen worden.

In einem im Internet veröffentlichten Interview mit dem rechtsgerichteten Kommentator Darren Grimes sagte der Historiker am 30. Juni, die gegenwärtige Bewegung Black Lives Matter sei "die schlimmste Seite der amerikanischen schwarzen Kultur". "Die Sklaverei war kein Genozid", hob starkey hervor. "Ansonsten würde es nicht so viele verdammte Schwarze in Afrika oder in Großbritannien geben, oder? Eine furchtbare Menge von ihnen überlebte."

Der pakistanischstämmige britische Ex-Finanz- und Innenminister Sajid Javid wandte sich via Kurznachrichtendienst Twitter gegen Starkeys Äußerungen. "Wir sind die erfolgreichste multirassische Demokratie der Welt und haben allen Grund, stolz darauf zu sein", schrieb Javid. Starkeys "rassistische Kommentare" erinnerten aber an die "entsetzlichen Sichtweisen, die immer noch existieren".

Rücktritt als Honorarprofessor

Britische Medien griffen Javids Tweet auf. Am folgenden Tag akzeptierte das Fitzwilliam College der Cambridge University Starkeys Rücktritt als Honorarprofessor. Der Verlag HarperCollins erklärte, er habe zuletzt 2010 ein Werk von Starkey veröffentlicht und werde keine neuen Bücher des Historikers verlegen. Seine früheren Werke werde der Verlag "im Lichte seiner Kommentare und Sichtweisen" neu bewerten. Starkey selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Grimes, der das Gespräch mit Starkey geführt hatte, räumte ein, dass er dessen Äußerungen etwas hätte entgegensetzen müssen. "Hand aufs Herz, ich war bei dem Interview nicht so engagiert wie ich es hätte sein sollen", erklärte Grimes. "Ich hättte Dr. Starkey hart zu seinen Kommentaren befragen sollen."

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