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2018 mehr Kinder in Sonderschulen als in Integrationsklassen unterrichtet © APA (dpa)
2018 mehr Kinder in Sonderschulen als in Integrationsklassen unterrichtet © APA (dpa)

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"Down-Syndrom. Na Und." - Kampagne für Inklusion von Anfang an

16.01.2020

Unter dem Motto "Down-Syndrom. Na Und." hat die Selbsthilfegruppe Down-Syndrom Wien eine neue Kampagne für "Inklusion von Anfang an" präsentiert. Die Forderungen konzentrieren sich vor allem auf den Bildungsbereich, wo "entsprechend ausgestattete Regelschulen für alle" statt Sonderschulen gefordert werden. Dafür werben Plakatsujets von Menschen mit Down Syndrom verschiedenen Alters.

Die Proponenten verweisen darauf, dass in Wien seit 2010 die Zahl der in Integrationsklassen unterrichteten Kinder mit Behinderung sinkt. "Eltern wird oft geraten, ihre Kinder in die Sonderschule zu geben, Regelschulen und Kindergärten in Wien sind für Inklusion schlecht ausgestattet", heißt es in einem Positionspapier. 2018 seien in der Bundeshauptstadt erstmals mehr Kinder in Sonderschulen unterrichtet worden als in Integrationsklassen.

"Wir wollen, dass Kindergärten, Schulen und Horte beweisen müssen, dass sie unsere Kinder betreuen können und nicht - wie derzeit üblich - unsere Kinder beweisen müssen, dass sie hineinpassen", sagte Mischa Kirisits bei der Präsentation. Bildungseinrichtungen würden dafür Assistenzberufe wie Pflegepersonal oder Sozialpädagogen benötigen, Lehrpläne müssen individualisiert und alle Schulen gleich ausgestattet werden. "Die Antwort auf 'Down-Syndrom' darf in Zukunft nicht lauten 'Sonderschule', sondern einfach 'Na und.'", heißt es in dem Positionspapier.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) erinnerte bei der Präsentation daran, dass Österreich 2008 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet habe, was sich auch in der Verfassung widerspiegle. "Entsprechendes tun muss man halt", sagte er und verwies auf das Regierungsprogramm, wo er "deutliche Ansätze und Verbesserungen" in diese richtige Richtung sieht, etwa "wenn die Mittel in den Regelunterricht verschoben werden sollen". Für Kogler ist das "jedenfalls mit Sicherheit das Beste, was zu diesem Anliegen, zu dieser Kampagne jemals in einem österreichischen Regierungsprogramm gestanden hat".

Service: http://down-syndrom.wien

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