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Ethikunterricht: Bischöfe für Theologie als Bezugswissenschaft

30.06.2020

Die Bischofskonferenz fordert die Verankerung der Theologie als Bezugswissenschaft für den geplanten Ethikunterricht an den Schulen. Derzeit ist dies in den Erläuterungen zum in Begutachtung befindlichen Gesetzesentwurf nicht vorgesehen. Die Buddhistische Religionsgesellschaft plädiert wiederum für einen Ethikunterricht für alle Schüler, in dem die Religionen mit ihrem Unterricht inkludiert sind.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass an mittleren und höheren Schulen ab 2021/22 verpflichtend ab der neunten Schulstufe Ethikunterricht für jene Schüler stattfindet, die keinen Religionsunterricht besuchen. Das Ausmaß beträgt zwei Wochenstunden. Begonnen werden soll im ersten Jahr nur mit den neunten Schulstufen, im Jahr darauf folgen die neunten und zehnten usw.

Die Bischofskonferenz begrüßt diese Maßnahme ausdrücklich. Unter anderem argumentiert sie damit, dass "eines der wesentlichen Bildungsziele des Religionsunterrichts ist, Orientierung für eine gelingende Lebensführung und ethisches Handeln zu vermitteln. Ethik- und Religionsunterricht können einander in einer konkreten Zusammenarbeit an den einzelnen Schulstandorten gezielt ergänzen." Die Anerkennung und Diskussion verschiedener, teils komplementärer Zugänge zu ethischer Bildung im schulischen Kontext sei Zeichen eines pluralitätsfähigen Staates.

Pflichtschullehrer wollen Ausweitung auf Polys

Allerdings reklamieren die Bischöfe die Theologie als Bezugswissenschaft des Ethikunterrichts in die Erläuterungen zum Gesetzestext. Derzeit ist dort als Grundlagenwissenschaft die Philosophie angeführt, als Bezugswissenschaften "Psychologie, Soziologie, Religionswissenschaft aber auch Geschichte, Rechtswissenschaft, Biologie, Wirtschaftswissenschaft, Politologie u.a.".

Die Pflichtschullehrer-Gewerkschaft wiederum verlangt, dass analog zu den mittleren und höheren Schulen auch an den Polytechnischen Schulen Ethik als Ersatzpflichtfach für Religion angeboten wird. Vom Rechnungshof (RH) wird die Überführung der derzeitigen Schulversuche zum Ethikunterricht in das Regelschulwesen begrüßt - dies decke sich mit einer Empfehlung, wonach bei Schulversuchen nach einer bestimmten Laufzeit generell die Entscheidung zu treffen sei, diese zu beenden oder eben ins Regelschulwesen zu übernehmen. "Nicht nachvollziehbar" ist dagegen für den RH die Annahme, warum im Entwurf ein höherer Stellenbedarf ausgewiesen wird als in einer 2012 erstellten Berechnung des Ministeriums.

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