Bildung

Kritik kommt von Volksbegehren-Sprecher Eytan Reif © APA (Hochmuth)
Kritik kommt von Volksbegehren-Sprecher Eytan Reif © APA (Hochmuth)

APA

Ethikunterricht: Ministerium geht weiter von Start 2020/21 aus

02.09.2019

Das Bildungsministerium geht davon aus, dass das Pflichtfach Ethik für Schüler, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, wie von der früheren ÖVP-FPÖ-Regierung geplant, mit dem Schuljahr 2020/21 starten wird. Es sei aber ein Beschluss des Unterrichtsfaches im Parlament notwendig, hieß es zur APA. Vertreter des Volksbegehrens "Ethik für alle!" kritisieren den Plan.

"Unter dem Deckmantel einer angeblichen 'Kontinuität' soll die Öffentlichkeit getäuscht und ein langjähriges Prestigeprojekt der ÖVP, nämlich ein Ethikunterricht ausschließlich für Religionsverweigerer, noch vor der Wahl eilig durchgepeitscht werden", kritisiert Volksbegehren-Sprecher Eytan Reif in einer Aussendung. Hoffnungen auf eine "sachliche, nichtdiskriminierende Lösung" könnten somit enttäuscht werden. 22 Jahre nach Start des Schulversuchs Ethik brauche es endlich einen eigenständigen Ethikunterricht und eigens ausgebildete Lehrer, fordert Bildungsexpertin und Ex-AHS-Direktorin Heidi Schrodt. "Ein Ethikunterricht im Schatten des Religionsunterrichts ist daher abzulehnen."

An den Pädagogischen Hochschulen (PH) startet unterdessen mit dem neuen Studienjahr ein einjähriger Hochschullehrgang (mit 60 ECTS) für Ethiklehrer. Außerdem werden laut Ministerium die notwendigen legistischen Änderungen für die Einführung eines Ersatzpflichtgegenstands würden vorbereitet und es werde weiter am Lehrplan für den Ethikunterricht gearbeitet.

STICHWÖRTER
Schule  | Ethik  | Österreich  | Österreichweit  | Bildung  | Gesellschaft  | Werte  |
Weitere Meldungen aus Bildung
APA
Partnermeldung