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Bei einem positiven Test muss meist die ganze Klasse in Quarantäne © APA
Bei einem positiven Test muss meist die ganze Klasse in Quarantäne © APA

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Immer mehr Corona-Fälle an Schulen in Ostösterreich

14.09.2020

Unter den 456.000 Schülern, die in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland seit einer Woche wieder im Unterricht sind, hat es 87 bestätigte Coronavirus-Infektionen gegeben, teilte das Bildungsministerium mit. Aus dem Westen und Süden, wo am 14. September für 621.000 Kinder und Jugendliche wieder die Schule begonnen hat, seien derzeit noch keine Fälle bekannt.

Die Schüler hätten sich im privaten Bereich angesteckt, bisher hat sich noch kein einziger Schulcluster herausgestellt, so der Generalsekretär des Bildungsministeriums, Martin Netzer, im ORF-Mittagsjournal. Es gebe eine "hohe Nervosität im System, aber nicht jeder Schnupfen, jeder Huster, ist ein Covid-Verdachtsfall", so Netzer, der betonte, dass bei einem reinen Verdachtsfalls niemand heimgeschickt werden müsse.

Bei einem positiven Test eines Schülers muss meist die ganze Klasse in Quarantäne, da die Klassenkollegen als "Kontaktperson 1" gelten. Diese werden dann zuhause getestet, müssen aber auch bei einem negativen Ergebnis zehn Tage in Quarantäne bleiben, sagte Andreas Huber, Sprecher des Krisenstabs der Stadt Wien, im Mittagsjournal. Eltern von negativ getesteten Kindern und Jugendlichen können sich normal bewegen und arbeiten gehen, erst wenn ihr Kind positiv getestet wird, gelten auch für sie die Quarantäneregeln.

Für die Quarantänezeit sollten die Schulen Unterricht anbieten. "Wir gehen hier aber von Einzelmaßnahmen mit sehr kurzem Ablaufdatum aus, binnen 14 Tagen sind die Schüler wieder an der Schule", so Netzer.

Fälle an 32 Schulen und sechs Kindergärten in NÖ

Besonders in Niederösterreich sind immer mehr Bildungseinrichtungen mit Coronavirus-Infektionen konfrontiert. "In den letzten Tagen wurden an 32 von rund 1.158 Schulstandorten und sechs von 1.058 Kindergartenstandorten coronabedingte Maßnahmen von den Gesundheitsbehörden aufgrund von Positiv-Testungen gesetzt", erklärte die Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) per Aussendung.

Bisher seien im Bundesland 31 Schüler, zwei Kindergartenkinder und zehn Pädagogen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Bei den derzeit steigenden Infektionszahlen war damit zu rechnen, dass früher oder später auch in einzelnen Kindergärten und Schulstandorten Maßnahmen gesetzt werden müssen", so die Landesrätin eine Woche nach Schulbeginn. Um einen Normalbetrieb so lange wie möglich aufrechterhalten zu können, appellierte die Politikerin auch an die Eltern, die Hygienevorschriften sowohl in den Schul- und Kindergartengebäuden als auch im Privatleben einzuhalten.

Aktuell wurden Schüler aus 20 Klassen im Landes- und Bundesschulbereich wegen behördlicher Quarantäne über Distance Learning unterrichtet. "Der Unterricht für alle anderen Schüler läuft in Niederösterreich ganz normal weiter", betonte Teschl-Hofmeister. Man sei "gut aufgestellt und vorbereitet". "Für nicht abgesonderte Kinder im Kindergarten können wir im Bedarfsfall auch jederzeit eine Ersatzbetreuung anbieten", berichtete sie.

Zwei Fälle in Schulen und Kindergärten im Burgenland

Im Burgenland sind seit Schulbeginn zwei Fälle in Bildungseinrichtungen gemeldet worden. Eine Pädagogin aus einem Kindergarten im Bezirk Neusiedl am See und eine Schülerin aus dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung wurden positiv getestet, teilte der Koordinationsstab Coronavirus auf APA-Anfrage mit.

In beiden Fällen seien jedoch keine weiteren Infektionen in der Bildungseinrichtung aufgetreten. Die direkten Kontaktpersonen der Betroffenen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

70 Fälle an Wiener Schulen seit Schulstart

Seit dem Schulstart vor einer Woche sind bis dato 70 positive Fälle an Wiener Schulen bekanntgeworden. Diese Zahl war am 14. September aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zu erfahren. Unter den Betroffenen sind 55 Schülerinnen und Schüler, sechs Lehrerinnen und Lehrer sowie neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verwaltungsbereich.

Wie viele Standorte betroffen sind bzw. wie viele Personen dadurch in Quarantäne mussten, dazu gab es keine Zahl. In Sachen Absonderung sei das Contact Tracing zum Teil noch am Laufen, hieß es. Es handle sich aber größtenteils um Einzelfälle. Das lasse den Rückschluss zu, dass die Infektionen nicht in den Schulen selbst, sondern im Familienbereich bzw. bei Reiserückkehrern stattgefunden habe, so die Information aus dem Hacker-Büro.

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