Bildung

Partnermeldung

Innovativer Holzbau

16.05.2017

Einfamilienhäuser aus Holz sind gefragt, aber die Zukunft des Holzbaus liegt wo anders. Michael Flach, Leiter des Arbeitsbereichs Holzbau, bietet gemeinsam mit Projektmanagerin Astrid Metzler und einem großen Team an Vortragenden, gezielte Schulungen für Firmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, um sie auf neue Arbeits- und Fertigungsmethoden vorzubereiten.

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) investiert im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft mit dem Programm "Forschungskompetenzen für die Wirtschaft" in den Wissenstransfer zwischen Universitäten, Fachhochschulen und der praxisorientierten Anwendung in der Wirtschaft. Mit einer Weiterbildung zur computergestützten Planung und Fertigung mit systematisierten Bauweisen aus Holz (kurz ComSysBau) sollen Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft gezielt geschult werden. "Die Teilnehmenden können sich selbst die Module aussuchen, in denen sie sich weiterbilden möchten. 25 Firmen schicken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Fortbildung. Mittlerweile sind wir so gut gebucht, dass wir Inhalte doppelt anbieten werden", erklärt Michael Flach, Professor am Arbeitsbereich Holzbau, Institut für Konstruktion und Materialwissenschaft. Im Zuge der computergestützten Planung spricht der Wissenschaftler von einer kulturellen Bestandsaufnahme wie Menschen heute arbeiten. Ohne intensive Arbeit mit den technischen Hilfsmitteln wäre die Fertigung von komplexen Bauteilen in einer bestimmten Zeit unmöglich.

Neue Entwicklungen

Bei ComSysBau geht es nicht darum, Einfamilienhäuser besser zu planen, sondern darum, die Firmen mit entsprechender Logistik und Computerunterstützung darauf vorzubereiten, in Zukunft mehrgeschossige beziehungsweise großvolumige Holzbauten zu erstellen. Der Klimaschutz und der derzeitige Wohnmarkt für leistbares Wohnen, verlangen nach Veränderungen in diesem Bereich. "Der Weg führt fort vom Einfamilienhaus hin zu verdichteten Wohnformen", erläutert Flach. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung müssen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überlegen wie das Wohnen in Zukunft ausschauen kann. "Ein Einfamilienhaus mit Grund wird für viele nicht mehr leistbar sein. Auch die hohen Erschließungskosten oder das Alleinsein im Alter stellen große Herausforderungen an unsere Gesellschaft dar", so der Experte. Mit dem Bau von zwei bis drei geschossigen Häusern mit Wohnungen können ähnliche Lebensbedingungen wie in einem Einfamilienhaus ermöglicht werden. Zudem besteht der Vorteil, dass gewisse Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa eine Waschmaschine oder ein Garten geteilt, und so Kosten gesenkt werden können. Auch die Qualität von kleinen Wohnungsanlagen ist nicht zu vergleichen mit riesigen Wohnblöcken, in denen Eltern ihre im Hof spielenden Kinder nicht mehr sehen können. Mit dem Holzbau kann die Qualität von kleinen Häusern erreicht und standardisierte Lösungen angeboten werden. Es wird daran gearbeitet, Standardlösungen für Bauteile und Verbindungen zu entwickeln und Probleme nicht für jedes Bauwerk individuell zu lösen sondern eine Lösung anzubieten, die wiederholt werden kann. "Es besteht am Markt der Bedarf, mit einer anderen Produktionslogistik als bisher zu bauen. Um auch im Holzbau großvolumig und mehrgeschossig zu bauen, braucht man eine abgestimmte Logistik und neue Software in Verbindung mit modernen Planungstools und CNC Abbund", so Flach, der in der Weiterbildung dafür erste Schritte erreichen möchte. Zudem betont der Experte die Aufgabe der Wissenschaft ständig zu antizipieren und vorauszudenken, um den Entwicklungen am Markt bereits einen Schritt voraus zu sein. "Die Hauptaufgabe im Holzbau besteht heute darin, Elemente vorzufertigen, damit die großen 2D-Flächen wie Wände, Dächer oder Decken auf der Baustelle zusammengebaut werden können. Zukünftig kann auch das erneute Auseinandernehmen der Teile eine wichtige Rolle spielen", so Flach, der damit die Lebens- und Nutzungsdauer von Gebäuden genauer in Betracht ziehen möchte. Gerade im Modulbau, wo Gebäude ab- und später woanders wieder aufgebaut werden, ist dies eine zentrale Aufgabenstellung. Betroffen wären beispielsweise Flüchtlingsheime oder temporäre Ersatzbauten während Sanierungen. Mit sorgfältigen Lebenszyklusanalysen lässt sich feststellen, dass sich bei einer längeren Lebensdauer der Gebäude, ein höherer Standard rentiert und sich diese über einen längeren Zeitraum besser amortisieren können.

À la carte

"Wir unterliegen einem ständigen Wandlungsprozess. Die Studierenden bekommen in ihrer Ausbildung schon den aktuellen Stand der Technik und des Wissens mit auf ihren beruflichen Weg. Expertinnen und Experten die schon lange im Beruf tätig sind, fehlt häufig der Zugang zu den Entwicklungen in Technik und Software", betont der Holzbau-Experte. Die Mischung aus Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Gewerken und Firmen macht den Austausch mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besonders spannend. Der Fokus des Teams liegt nicht auf der Präsentation von fertigen Lösungsansätzen, sondern auf dem Anstoß eines Gedankenprozesses und eine rege Diskussion, in dem sie sich auch Inputs aus der Praxis erhoffen, was machbar ist und was nicht. Angeboten werden unterschiedliche Module in den Bereichen Computergestützte Planung, Planungs- und Bauprozesse mit BIM, Systembauweisen mit CNC gefertigten Bauteilen, Verbindungen CNC gefertigter Bauteile, ein Modul zur Arbeitsvorbereitung und CNC Abbund, Qualitäts- und Fehlermanagement sowie zu wirtschaftlichen und ökologischen Bewertungssystemen. In sogenannten Transferprojekten besteht abschließend die Möglichkeit, das Gelernte auch in die Firmen zu transferieren und in der Praxis umzusetzen. Weitere Angebote im Marketing oder der Bauphysik bilden neben ausgewiesenen ExpertInnen-Gesprächen den Abschluss. "Unser Ziel ist es, die Kreativität und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben zu fördern, ihnen neue Ansätze zu vermitteln und in gemeinsamen Diskussionen unsere Visionen weiterzudenken sowie Ideen konkret umzusetzen", sagt Flach. Das Qualifizierungsnetz bietet allen Beteiligten die Möglichkeit, gemeinsam Probleme zu lösen und im Austausch von Wissenschaft und Praxis voneinander zu profitieren.

Links:

- Universitäre Weiterbildung

Quelle: Universität Innsbruck

STICHWÖRTER
Tirol  | Bildung  | Universitäten  | Bau  | Bez. Innsbruck  | Innsbruck  |
Weitere Meldungen aus Bildung
APA
Partnermeldung