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Islam-Kindergärten - Wiener ÖVP und NEOS sehen Rot-Grün am Zug

21.12.2017

Die Wiener ÖVP hat die Studie zu den sogenannten Islam-Kindergärten als klaren Handlungsauftrag an das Rathaus interpretiert. Nun müsse "ein fundamentales Umdenken in der rot-grünen Stadtregierung stattfinden", erklärte der designierte nicht amtsführende Stadtrat Markus Wölbitsch am Donnerstag in einer Aussendung: "Es braucht tiefgreifende Lösungen statt kosmetischer Placebos."

Die Stadt-Schwarzen verstehen darunter einmal mehr eine massive Aufstockung der Kontrollore und nicht angekündigte Überprüfungen nach Mystery-Shopping-Art. Man werde Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) in der nächsten Landtagssitzung am 26. Jänner deshalb mit den Studienergebnissen konfrontieren, kündigten Wölbitsch und Bildungssprecherin Sabine Schwarz eine entsprechende Dringliche Anfrage an.

Zur Causa zu Wort gemeldet hat sich auch der neue Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Bezüglich der Umsetzung der Empfehlungen in der Studie sieht er eine große Chance "in den kommenden Verhandlungen zur Einführung von zwei verpflichtenden Kindergartenjahren". Die Regierung plane außerdem die pädagogischen Standards zu verbessern, die Ausbildungsstandards zu erhöhen und einen neuen Bildungsrahmenplan zu beschließen.

Personal soll gründlicher qualifiziert werden

Die NEOS sehen Rot-Grün nun ebenfalls am Zug. Der Ansatz bei Kontrollen müsse mehr auf die tatsächliche Arbeit mit den Kindern gelegt werden, das Personal außerdem gründlicher qualifiziert werden, forderte Bildungssprecher Christoph Wiederkehr: "Ein weiterer Fokus muss ganz massiv auf Sprachförderung gelegt werden."

Der grüne Klubchef David Ellensohn zieht freilich etwas andere Schlüsse aus den Ergebnissen. Diese hätten "mit vielen Vorurteilen aufgeräumt", religiöse Indoktrination sei nicht mehr im Vormarsch, stattdessen werde Religion zurückgenommen bzw. herausgedrängt. Es gebe aber dennoch genug zu tun. Es müsse in ganz Österreich in die Quantität und Qualität der Kindergärten als erste Bildungseinrichtung investiert werden.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) freute sich u.a. über die "dringend notwendige Versachlichung" hinsichtlich der Debatte. Als Konsequenz aus der Studie sieht man die Notwendigkeit der Erarbeitung eines religionspädagogischen Bildungsplans für den Islam, die muslimischen Betreiber seien hier einzubeziehen. "Dabei wird auch zu reflektieren und formulieren sein, was einen professionellen pädagogischen Umgang mit Religion von Indoktrination unterscheidet. Die Erziehung zu Mündigkeit fängt bereits im Kindergartenalter an", hieß es in einer Aussendung.

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