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Kroatien - Streikende Lehrer protestierten vor dem Regierungsgebäude

06.11.2019

Kroatische Lehrer, die sich seit 19 Tagen im Streik befinden, haben am 6. November eine Demonstration in der Hauptstadt Zagreb abgehalten. Etwa 2.000 Protestteilnehmer zogen laut Medienberichten durch die Innenstadt bis zum Markus-Platz, wo sie vor dem Regierungsgebäude ihre Forderung nach Gehaltserhöhung im Bildungswesen lautstark verkündeten.

"Heute, am 19. Tag des Streiks, sind wir gekommen, um mitzuteilen, dass wir nicht aufgeben werden", sagte Branimir Mihalinec, Vorsitzende der Mittelschullehrer-Gewerkschaft bei der Kundgebung. "Niemals, niemals", skandierten die Teilnehmer. "Wir haben die Kraft und Energie, um bis zum Ende durchzuhalten", fügte der Gewerkschaftler hinzu. Die Vertreter der streikenden Lehrergewerkschaften hatten bei der Demo in Trikots der kroatischen Fußballnationalmannschaft angezogen, weil die Lehrer die stärkste Nationalmannschaft seien, hieß es.

Mit dem Streik wird eine Steigerung des Gehaltszuschusses um 6,11 Prozent gefordert, um damit den Rückstand der Lehrergehälter hinter anderen Gehältern im öffentlichen Dienst auszugleichen. Die Verhandlungen mit der Regierung hatten erst am Montag begonnen, man rechnet damit, einen Regierungsvorschlag am kommenden Montag auf den Tisch zu bekommen. Laut der Bildungsministerin Blazenka Divjak bewegt man sich in Richtung einer Lösung, berichteten die Medien.

Selektive Anhebung gefordert

Die Regierung hat bisher angeboten, den Grundgehalt für alle öffentlichen Bediensteten um sechs Prozent anzuheben. Die Gewerkschaften lehnen das ab - Gehaltserhöhungen im ganzen Sektor seien zwar willkommen, allerdings könne der Gehaltsrückstand nur mit einer selektiven Anhebung für Lehrkräfte aufgeholt werden, lautet ihr Argument.

Die Lehrer in den Volks- und Mittelschulen traten am 10. Oktober in einen unbefristeten Streik. Am Mittwoch fiel der Unterricht wieder landesweit aus, ansonsten wird täglich abwechselnd in den einzelnen Gespanschaften (Verwaltungsregionen) des Landes gestreikt. Dem Streik schlossen sich vor zwei Wochen auch die Hochschulen an. Dort wird einmal wöchentlich gestreikt, um für höhere Gehälter für Dozenten und das nicht unterrichtende Personal zu kämpfen.

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