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Land- und forstwirtschaftliche Schulen: Rechnungshof urgiert Reform

13.09.2019

Der Rechnungshof (RH) ortet in einer Follow-Up-Überprüfung weiter Reformbedarf bei den Zuständigkeiten für das land- und forstwirtschaftliche Schulwesen. Derzeit werden die Schulen vom Landwirtschaftsministerium erhalten, die pädagogischen Agenden liegen beim Bildungsministerium. Der RH bemängelt, dass dies im Zuge der Bildungsreform 2017 nicht angegangen worden sei.

Vielmehr habe man die Frage bei der Reform ausgeklammert. "Das (Landwirtschafts- Anm.)Ministerium sah keine Notwendigkeit, die Zuständigkeiten für das land- und forstwirtschaftliche Schulwesen in die Bildungsreform 2017 einzubringen. So war im Bildungsdirektionen-Einrichtungsgesetz festgelegt, dass dieses das land- und forstwirtschaftliche Schulwesen gemäß Art. 14a B-VG nicht umfasste." Aus Sicht des RH sollten allerdings alle Schulen von den Bildungsdirektionen verwaltet werden. Damit sieht er seine zentrale Forderung aus dem Ursprungsbericht nicht umgesetzt.

Konkreter Prüfgegenstand war die in Wien angesiedelte Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik. Diese entstand mit 1. Oktober 2007 durch Umwandlung der vormaligen Agrarpädagogischen Akademie und ist eine der 14 Pädagogischen Hochschulen (PH). An ihr werden in den beiden Studiengängen "Agrarpädagogik" bzw. "Umweltpädagogik" etwa die Lehrer für land- und forstwirtschaftliche Schulen sowie für Umweltfächer an berufsbildenden Schulen ausgebildet, auch deren Fort- und Weiterbildung erfolgt dort.

Insgesamt sieht der RH von seinen sieben Empfehlungen vom Landwirtschaftsministerium nur eine umgesetzt und zwei teilweise umgesetzt. Die Agrar-PH selbst habe von zwölf Empfehlungen drei zur Gänze und neun zumindest teilweise realisiert. Zu letzterer Kategorie zählte etwa, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen grundsätzlich in der unterrichtsfreien Zeit anzubieten und darauf zu achten, dass durch die notwendigen Bildungsveranstaltungen so wenige Unterrichtsstunden wie möglich entfallen. Hier gab es allerdings nur eine geringfügige Verbesserung: Von den rd. 190 Veranstaltungen pro Jahr fanden durchschnittlich weiterhin nur 14 in der unterrichtsfreien Zeit statt - aber immerhin eine Steigerung von den zehn im Vorbericht.

Service: Die Follow-up-Überprüfung des RH im Internet: http://go.apa.at/ucBYS8KI

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