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Oberösterreich will Personalmangel im Pflegebereich entgegenwirken © APA
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Landwirtschaftsschulen bilden erstmals in OÖ zu Altenpflegern aus

08.02.2019

Das Land OÖ hat eine Ausbildungsoffensive für Pflegeberufe gestartet. Bereits am 7. Februar hatte das Sozialressort eine Verdoppelung der Ausbildungsplätze auf 1.080 verkündet, am 8. Februar präsentierten LH Thomas Stelzer und Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (beide ÖVP) ein "einzigartiges Pilotprojekt": Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen bilden zu Heimhilfen und Altenfachbetreuern aus.

An den sieben der 15 oö. Landwirtschaftsschulen kann man für die beiden letzten Schuljahre schon bisher den Ausbildungsschwerpunkt Gesundheit und soziale Pflege wählen. Allerdings war ein Abschluss zur Heimhilfe nicht möglich, hieß es in der Pressekonferenz in Linz. Mit Einführung des dreijährigen Schwerpunkts werde dieses Manko jetzt beseitigt. Zusätzlich wird an drei Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen (Andorf, Hagenberg, Kleinraming) ein viertes Ausbildungsjahr eingeführt, um den Abschluss Fachsozialbetreuer mit Schwerpunkt Altenarbeit erlangen zu können, erklärte Hiegelsberger. Das erweiterte Angebot startet mit kommendem Schuljahr.

Die Kosten für die zusätzlichen Lehrkräfte übernimmt das Land zu 100 Prozent, erklärte Stelzer. Er geht von 1.400 zusätzlichen Unterrichtseinheiten und einem finanziellen Mehrbedarf von rund 400.000 Euro aus.

Schritte gegen Personalmangel

Um den drohenden Personalmangel im Pflegebereich - bis 2025 rechnet der Landeshauptmann mit 1.600 zusätzlichen Kräften - entgegenzuwirken, setzt das Land Oberösterreich noch einen weiteren Schritt. Am 11. Februar wird Stelzer der Landesregierung einen Gesetzesentwurf zur Beschlussfassung vorlegen, den Gehaltsdeckel für Pflegekräfte sowie für alle anderen Landes- und Gemeindebediensteten von 95 Prozent im ersten Dienstjahr zu heben. Dies soll rückwirkend ab 2019 gelten, was pro Jahr zwischen zwei bis drei Millionen Euro mehr kosten werde. Dieses Besoldungsschema "ist nicht mehr zeitgemäß", meinte auch FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr.

Ein entsprechender Antrag zur Streichung dieser fünf-prozentigen Kürzung aus dem oö. Gehaltsgesetz aus dem Jahr 2001 muss dann noch im Landtag beschlossen werden. "Damit wird eine wichtige Forderung der Personalvertretung umgesetzt, um die Attraktivität des Oö. Landesdienstes für Berufseinsteiger zu verbessern", erklärte der oberste Personalvertreter im Landesdienst, Peter Csar.

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