Bildung

Sämtliche Themen sollen qualitätsgesichert werden © APA (dpa)
Sämtliche Themen sollen qualitätsgesichert werden © APA (dpa)

APA

Lehrer-Fortbildung soll an Bedarf der Schulen angepasst werden

12.11.2019

Die Fort- und Weiterbildung für Lehrer an den Pädagogischen Hochschulen (PH) soll stärker an den Bedarf der Schulen angepasst werden. Das sieht der neue PH-Entwicklungsplan für die Jahre 2021 bis 2026 vor. Außerdem sollen den Hochschulräten keine aktiven bzw. bis vor kurzem aktive Politiker mehr angehören.

Derzeit gibt es 14 PH in Österreich - neun öffentliche und fünf private. Sie entstanden 2007 durch die Zusammenführung diverser Institutionen zur Lehrerausbildung bzw. Lehrerfort- und -weiterbildung. Derzeit werden dort rund 14.000 Studenten ausgebildet, 16.000 Pädagogen absolvieren Weiterbildungen. Anders als etwa Universitäten sind sie keine autonomen Einrichtungen, sondern nachgeordnete Dienststellen des Bildungsministeriums.

Mit dem neuen Entwicklungsplan - einem Strategiepapier, das in den kommenden Jahren auch gesetzlich umgesetzt werden soll - soll etwa das Fort- und Weiterbildungsangebot an den PH neu ausgerichtet werden, betonte Bildungsministerin Iris Rauskala kürzlich vor Journalisten. Im Mittelpunkt der derzeit rund 19.000 Lehrveranstaltungen soll dabei der Bedarf der Schulen stehen, der anhand von Gesprächen der Direktoren mit "ihren" Pädagogen erhoben wird und über die Bildungsdirektionen an die PH fließt. Als Beispiele nannte die Ministerin Themen wie Digitalisierung, Umgang mit multikulturellen Klassen oder fachdidaktische Fragestellungen.

Autonomer Gestaltungsspielraum bleibt aber

Umgekehrt soll es zwar nach wie vor einen autonomen Gestaltungsspielraum der Lehrer bei ihren Fortbildungen geben. "Das sollte aber in einem anderen Verhältnis zu den Bedürfnissen der Standorte stehen als derzeit", so Rauskala. Die PH bieten neben Fachthemen auch Kurse zu Yoga oder Zumba etc. an. Selbst das derzeit unter Beschuss stehende Konzept des Vereins "Original Play" wurde vereinzelt in Lehrveranstaltungen an PH unterrichtet. Künftig sollten sämtliche Themen qualitätsgesichert werden, so Rauskala.

Änderungen soll es künftig auch bei der Bestellung der Hochschulräte geben: Diese fünfköpfigen Gremien wickeln etwa die Verfahren zur Auswahl der jeweiligen Rektoren ab (die Bestellung obliegt dem jeweiligen Minister bzw. der Ministerin). Künftig müssen die Rats-Mitglieder bestimmte Kompetenzen etwa in Sachen Organisations- und Personalentwicklung, öffentliche Gebarung oder Digitalisierung aufweisen. Außerdem dürfen sie keine aktiven Politiker sein bzw. müssen nach ihrer politischen Tätigkeit eine bestimmte "Cooling-Off"-Phase abwarten.

Keine Änderung gibt es vermutlich aber an der Zusammensetzung der Räte: Derzeit bestehen sie aus fünf Mitgliedern - drei werden vom jeweiligen Bildungsminister bestimmt, dazu kommen der jeweilige Bildungsdirektor des Bundeslands, in dem die PH liegt, sowie ein von der Landesregierung zu bestellendes Mitglied.

Rechtlich bleiben die PH auch künftig nachgeordnete Dienststellen des Ministeriums. Sie sollen aber im Forschungsbereich mehr Autonomie bekommen - sowohl beim Personaleinsatz als auch bei von ihnen eingeworbenen Projekten.

STICHWÖRTER
Hochschule  | Lehrende  | Österreich  | Österreichweit  | Bildung  | Schule  | Hochschulwesen  | Lehren und Lernen  |
Weitere Meldungen aus Bildung
APA
Partnermeldung