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NEOS kritisieren Schulschließungen "ohne Evidenz"

02.07.2020

Die NEOS üben wegen der Reaktion auf den oberösterreichischen Corona-Cluster massive Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Dass als erste Maßnahme ausgerechnet die flächendeckende Schließung von Schulen und Kindergärten durchgeführt wurde, lässt für Parteichefin Beate Meinl-Reisinger nichts Gutes für den Herbst erwarten. Sie fordert stattdessen eine ordentliche Teststrategie und Transparenz.

"Wir wissen, dass Kinder nicht die Hauptüberträger dieser Krankheit sind", sagte Meinl-Reisinger. Doch obwohl Gottesdienste, Chorproben und Bars als "Superspreader-Events" bekannt seien, habe Oberösterreich die Schulen geschlossen, für Indoor-Veranstaltungen die Absage aber nur empfohlen. "Ich finde es inakzeptabel, wie diskussions- und kritiklos Kinderbetreuung und Bildung ins Private verschoben werden. Ohne Evidenz, ohne Grund und mit der vollen Belastung der Frauen", kritisierte Meinl-Reisinger.

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker warnte, dass nach der Schulöffnung im Herbst massive Probleme drohen könnten, sollte dieses Beispiel Schule machen. "Ab Oktober gibt es Kinder, die permanent erkältet sind", verwies Loacker auf die üblichen Infektionen. Sollten diese dann automatisch als Corona-Verdachtsfall gewertet werden, drohe die regelmäßige Schließung von Schulen und Kindergärten. Dazu komme noch, dass die Entwarnung dann häufig spät erfolge, weil die Testergebnisse erst nach Tagen übermittelt werden.

Weiteren Lockdown verhindern

Die NEOS fordern die Regierung daher auf, alles zu tun, um einen weiteren Lockdown zu verhindern. Dazu zählt Meinl-Reisinger insbesondere eine ordentliche Test-Strategie. Gerade in Bildungseinrichtungen müssten die Ergebnisse rasch vorliegen. Außerdem verwies Meinl-Reisinger darauf, dass die Regierung ihr selbst erklärtes Ziel von 15.000 Tests pro Tag nicht erreicht hat. "Da ist viel versprochen, aber nicht gehalten worden", so Meinl-Reisinger. Und: "Ich sehe überhaupt nicht ein, dass es möglich ist, die Formel 1-Mitarbeiter alle drei Tage zu testen, aber Kinder, Eltern und Lehrer warten tagelang auf den Test."

Scharfe Kritik übt die NEOS-Chefin auch daran, dass detaillierte Daten über Infektionen und Testungen nur ausgewählten Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden: "Ich kann nicht nachvollziehen, dass man sich - insbesondere als Grüne - damit brüstet, ein Informationsfreiheitsgesetz auf den Weg zu bringen, aber die Daten nicht zugänglich gemacht werden."

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