Bildung

Polaschek präsentiert seine Pläne für die kommenden vier Jahre © APA (Happe)
Polaschek präsentiert seine Pläne für die kommenden vier Jahre © APA (Happe)

APA

Neuer Uni Graz-Rektor setzt auf Profilschärfung und Digitalisierung

02.10.2019

Martin Polaschek hat am 1. Oktober an der Universität Graz das Ruder von Rektorin Christa Neuper übernommen. Der Grazer Rechtshistoriker bringt nach langjähriger Erprobung als Vizerektor viel Leitungserfahrung mit. Wichtige Anliegen sind ihm und seinem Team die weitere Schärfung des Forschungsprofils, die Digitalisierungsthematik, der Ausbau der Infrastruktur und die Internationalisierung der Uni.

Polaschek hat kürzlich seine Pläne für die kommenden vier Jahre präsentiert und zugleich seine Vizerektoren vorgestellt. Hier fällt auf, dass es an der zweitgrößten österreichischen Universität erstmals ein eigenes Vizerektorat für Digitalisierung gibt. "Von Anfang an war klar, dass wir hier auch Expertise von außen und ein eigenes Vizerektorat brauchen", sagte Polaschek bei einem Pressegespräch in Graz. Besetzt wurde es mit Petra Schaper-Rinkel, die bis vor kurzem als Forscherin am Austrian Institute of Technology (AIT) u.a. mit dem österreichischen und Europäischen Parlament Forschungsrahmenverträge zu Foresight und Technikfolgenabschätzung koordiniert hat.

Universitäten müssten selbst eine digitale Kultur entwickeln und den digitalen Wandel mitgestalten, hielt die neue Vizerektorin fest: "Entweder wir werden digitalisiert, oder wir sind in der Lage, die Digitalisierung zu gestalten", formulierte es Schaper-Rinkel.

Modernisierung der Forschungsinfrastruktur

Den Grazer Professor für Theoretische Physik, Christof Gattringer, hat sich Polaschek als Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung ins Boot geholt: Der ehemalige Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät werde sich um die weitere Profilbildung der bisherigen und neuen Forschungsschwerpunkte annehmen. "Die Modernisierung der Forschungsinfrastruktur wird ein wichtiges Augenmerk sein. Und viele unserer Forscher sind international jetzt schon gut sichtbar, aber es gibt durchaus noch Entwicklungspotenzial", sprach Gattringer auch die geplanten Bemühungen im Bereich Internationalisierung an. Das laut Gattringer "wirkliche Erfolgsmodell" der Doctoral Academy soll weiter ausgebaut werden.

Der neue Vizerektor wird sicherlich auch bei einem der baulichen Infrastrukturpläne eine gewichtige Rolle spielen: Im geplanten "Graz Center of Physics" soll in Zukunft physikalische Forschung auf Exzellenzniveau betrieben werden. Entstehen soll das von der Uni Graz und TU Graz gemeinsam konzipierte Zentrum, das alle Physikinstitute der beiden Unis zusammenführt, am Areal der Vorklinik der Med-Uni. "Es ist eine logische Fortentwicklung der NAWI-Graz. Hier haben wir die Möglichkeit, gemeinsam etwas völlig Neues zu schaffen", erklärte Polaschek. Eine Machbarkeitsstudie liege vor, Polaschek hofft, "dass wir spätestens im Frühjahr eine Finanzierungszusage vom Bund bekommen, damit wir mit der Planung beginnen können". Wenn 2023 mit dem Bau tatsächlich begonnen wird, dürfte das Gebäude 2026 beziehbar sein.

Internationalisierung und zukunftsorientierte Studieninhalte

Für die rund 30.000 Studierenden kündigte Polaschek neben "laufenden Verbesserungen der Betreuungsverhältnisse" eine Internationalisierung des Lehrangebots und "noch vermehrt zukunftsorientierte Studieninhalte" an. "Die Qualität der Lehre muss immer wieder neu hergestellt werden", betonte Vizerektorin Catherine Walter-Laager, die auch die Prüfungsaktivität der Studierenden anheben und im Bereich der Lehre auch verstärkt internationale Impulse setzen möchte. Die Uni Graz bildet mit Universitäten in Granada, Leipzig, Padua, Bergen, Vilnius und Lyon die europäische Hochschulallianz ARQUS. In der im Sommer erfolgten Zusage sieht Polaschek "eine große Chance für Studierende und Forschungskooperationen neue Impulse nach Graz zu holen".

Rund 40 Professuren gibt es an der Universität Graz zu besetzen. Da werde laut dem Vizerektor für Finanzen, Personal und Standortentwicklung, Peter Riedler, auch die "Attraktivität der Universität" eine Rolle spielen. "Wir müssen Graz als Standort für die 'besten Köpfe' noch attraktiver machen. Dazu werde laut Riedler sicherlich auch das "Graz Center of Physics", aber auch das bereits in Bau befindliche "Zentrum für Wissens- und Innovationstransfer" beitragen. Zudem will der Vizerektor das Fund-Raising an der Uni Graz weiter ausbauen.

Weitere Meldungen aus Bildung
APA
Partnermeldung