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Plagiatsvorwürfe gegen ehemalige Mitarbeiterin der Uni Linz

01.07.2020

Eine Kulturwissenschafterin, die lange an der Universität Linz tätig war, ist mit schweren Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Ihr wird vorgeworfen, unter anderem in ihrer Habilitationsschrift Texte kopiert zu haben, berichteten "Plagiatsjäger" Stefan Weber und die "Oberösterreichischen Nachrichten".

Das Dienstverhältnis mit der Mitarbeiterin wurde gelöst, bestätigte ein Sprecher der Uni gegenüber der APA. Die Uni habe entsprechend ihren hohen internen Standards die Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität mit diesem Fall befasst. Das Ergebnis der Prüfung sei Grundlage für die Beendigung des Dienstverhältnisses mit der Mitarbeiterin gewesen. Aufgrund von Verschwiegenheitspflichten könne man keine weiteren Angaben machen.

Laut Zeitung hat die Betroffene ihre Habilitationsschrift zurückgezogen. Die Frau möchte allerdings mit juristischem Beistand die Auflösung des Dienstverhältnisses für rechtsunwirksam erklären lassen, wird ihr Anwalt zitiert. Denn seine Mandantin habe weder in einem Aufsatz noch in ihrer Habilitationsschrift Teile anderer Werke übernommen. Sogenannte Gutachten zu den Plagiatsvorwürfen hätten sich anscheinend darauf beschränkt, im Internet zu googeln, anstatt eine wissenschaftlich fundierte Recherche anzustellen.

Weber hingegen berichtete, seine Untersuchungen hätten ergeben, dass sich in einem Aufsatz der Kulturwissenschafterin mehr als 50 Prozent ungekennzeichnete Übernahmen aus fremden Texten finden, etwa aus Blogbeiträgen und Internet-Rezensionen. In der Habilitationsschrift seien es 37 Prozent. "Schon in den ersten Zeilen finden sich Plagiate aus Wikipedia und aus einem Klappentext eines Buchs", so Weber. In einer E-Mail habe die Wissenschafterin von "fehlerhaften Stellen" geschrieben und damit ihren Rückzug des Antrags auf Erteilung der Lehrbefugnis begründet.

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