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Prüfungsarbeiten dürfen laut EuGH-Entscheid eingesehen werden

20.12.2017

Wer eine Prüfungsarbeit ablegt, hat grundsätzlich ein Recht darauf, sie später einzusehen. Das entschied der Europäische Gerichtshof. Die rechtliche Grundlage dafür ist, dass die Richter die Antworten und Anmerkungen des Prüfers als personenbezogene Daten einstuften.

Diese Einordnung kann interessante Konsequenzen haben: Es sei möglich, "dass ein Prüfling das Recht hat, von dem für die Verarbeitung der Daten Verantwortlichen zu verlangen, dass seine Prüfungsantworten und die Anmerkungen des Prüfers dazu nach einem bestimmten Zeitraum gelöscht werden" - also, dass die Arbeit zerstört wird.

Hintergrund für die Entscheidung ist ein Fall aus Irland. Ein Privatmann war mehrmals durch eine Prüfung an einem Buchhaltungsinstitut gefallen. Daraufhin beantragte er Zugang zu seiner Prüfungsarbeit mit der Begründung, es handle sich dabei um personenbezogene Daten. Die Berufsorganisation sah das anders - und das zuständige irische Gericht schickte den Fall zur Klärung zum EuGH.

Die Antworten spiegelten "den Kenntnisstand und das Kompetenzniveau des Prüflings in einem bestimmten Bereich sowie gegebenenfalls seine Gedankengänge, sein Urteilsvermögen und sein kritisches Denken wider", argumentierte der Gerichtshof. Und auch die Anmerkungen des Prüfers seien als personenbezogene Daten zu sehen. Zugleich schränkten die Richter ein, dass es für die Fragen einer Prüfung dementsprechend hingegen kein Auskunftsrecht gebe.

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