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Qualifikationsrahmen - Meister wird nun wie Bachelor gewertet

21.09.2018

Die Meisterqualifikation wird in Österreich im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) ab sofort wie ein Bachelor-Abschluss gewertet. Mit der Einordnung in den achtstufigen NQR sollen Abschlüsse international vergleichbar werden. Ziel ist die Förderung der Mobilität von Arbeitskräften bzw. eines gemeinsamen europäischen Bildungsraums.

Der Meister steht im Qualifikationsrahmen nun auf einer Stufe wie der akademische Bachelor. Bereits im September 2017 war der (HTL-)Ingenieur in dieses Qualifikationsniveau eingeordnet worden. Eine Berechtigung zum Master-Studium ist damit aber nicht verbunden.

Von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird die abgelegte Meisterprüfung schon seit längerem als tertiärer Abschluss gewertet. 2017 lag der Anteil der Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss an der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren in Österreich bei 32 Prozent (OECD-Schnitt: 37 Prozent). Vorsicht mit dem Begriff "Akademikerquote": Neben Hochschulbildung, Kollegs und Meisterschulen fallen seit 2015 nun auch die vierten und fünften BHS-Jahrgänge sowie Aufbaulehrgänge als "kurze tertiäre Bildungsprogramme" unter tertiäre Bildung. Über einen Bachelor-, Master/Diplom bzw. Doktorabschluss verfügen in Österreich dagegen nur 17 Prozent (OECD: 30 Prozent).

"Wir wollen das Image der Lehre heben"

Das vom Wirtschaftsministerium beantragte Verfahren auf Zuordnung der österreichischen Meisterprüfung zum Qualifikationsniveau 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens wurde positiv abgeschlossen, teilte das Ministerium in einer Aussendung mit. Die Zuordnung zu den acht Stufen orientiert sich dabei an europaweit gültigen Richtlinien. "Wir wollen das Image der Lehre heben und unser österreichisches Erfolgsmodel international sichtbarer machen", so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in einer Aussendung. Dies stärke Unternehmen und Meister-Absolventen bei Ausschreibungen und Bewerbungen im Ausland. In Österreich absolvieren jährlich rund 5.000 Personen eine Meisterprüfung.

Mit der nun erfolgten Zuordnung werde "ein richtiger und wichtiger Schritt gesetzt, um die Meister-Qualifikation deutlich aufzuwerten", kommentierte WKÖ-Präsident Harald Mahrer die Entscheidung. Es sei ein "starker Impuls an die jungen Menschen in der dualen Ausbildung, auch die Meisterprüfung in Angriff zu nehmen".

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