Bildung

Polaschek bewarb sich bereits 2001 um den Rektorenposten © APA (UNI GRAZ/KANIZAJ)
Polaschek bewarb sich bereits 2001 um den Rektorenposten © APA (UNI GRAZ/KANIZAJ)

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Rektorwechsel an Universität Graz feierlich vollzogen

10.10.2019

Der Rektorwechsel an der Universität Graz ist nun offiziell vollzogen worden. Der seit dem 1. Oktober amtierende Grazer Rechtswissenschafter und -historiker Martin Polaschek wurde feierlich ins Amt eingeführt. Er folgte der bisherigen Rektorin Christa Neuper nach. Dieser überreichte Wissenschaftsministerin Iris Rauskala das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik.

Martin Polaschek bekam in der Aula der Grazer Karl-Franzens-Universität von der bisherigen Rektorin Christa Neuper das Zepter und die Amtskette überreicht. Zuvor dankte sie ihrem Vizerektorat "ein eingeschworenes Team, das mir acht Jahre lang die Treue gehalten hat". Mit Polaschek steht nun einer der bisherigen Vizerektoren an der Spitze der Universität. Selbst durfte Neuper die sogenannte Altrektoren-Kette und - aus den Händen von Bildungsministerin Rauskala - das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich entgegennehmen.

Start der neuen Leistungsvereinbarung

Der Beginn des neuen Rektorats falle auch mit dem Start einer neuen Leistungsvereinbarung für drei Jahre zusammen, verwies Rauskala: Mit zusätzlich 77 Millionen Euro im Vergleich zur Vorperiode verfüge die Universität Graz in diesem Zeitraum über ein Budget von insgesamt 617 Millionen Euro. Damit könnten auch rund 40 neue Professuren ausgeschrieben und u.a. auch die Betreuungsverhältnisse in sehr stark nachgefragten Studien verbessert werden, hob die Ministerin hervor.

Polaschek bekräftigte in seiner Inaugurationsrede, dass der Lehre weiterhin eine wichtige Rolle zukommen werde: "Knapp die Hälfte der steirischen Maturanten beginnt an unserer Universität das Studium. Wir haben eine besondere Verantwortung für die Studierenden und werden für die Vielfalt und Qualität der Lehre sorgen", sagte der neue Rektor.

Zudem stelle die Globalisierung, Informatisierung und der Klimawandel die Welt vor enorme Herausforderungen. "Universitäten müssen sich die Frage stellen, was sie zur Lösung der Probleme beitragen können, die angesprochenen Entwicklungen diskutieren "und der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten - mehr denn je zuvor" fasste Polaschek seine Vorstellungen zusammen. Für die Universität Graz sei daher wichtig, "im globalen Wettbewerb die besten Köpfe nach Graz zu holen", sich international als attraktiver Partner zu etablieren und ein Ort der Kooperation und Weltoffenheit zu werden.

Über Martin Polaschek

Polaschek wurde 1965 im obersteirischen Bruck/Mur geboren. An der Uni Graz hat er Rechtswissenschaften studiert. Er habilitierte sich im Jahr 2000 und wurde zum außerordentlichen Universitätsprofessor am Institut für Österreichische Rechtsgeschichte und Europäische Rechtsentwicklung ernannt. Wissenschaftlich legte er den Fokus auf die Rechtliche Zeitgeschichte und die Föderalismus- und Kommunalforschung. Für die Steiermark hat er u.a. Publikationen zur Denunziation im Dritten Reich und der juristischen Verfolgung von NS-Verbrechen in der Steiermark durch die sogenannten Volksgerichte vorgelegt. Seit 2006 ist er Präsident der Forschungsstelle Nachkriegsjustiz.

Seit 2003 war Polaschek sowohl als Vizerektor für Studium und Lehre als auch als Studiendirektor für die Anliegen der Studierenden zuständig und hatte etliche Herausforderungen zu bewältigen: Unzureichende Studienbedingungen, überlaufene Studienrichtungen und Studienbeiträge, besetzte Hörsäle, neue Zulassungsverfahren, gemeinsame Pädagogenausbildung mit den Hochschulen und nicht zuletzt Plagiatsvorwürfe. Im Jahr 2011 bewarb er sich um den Rektorenposten, war damals aber Christa Neuper unterlegen, die als erste Frau das Rektorat der Uni Graz übernahm.

Die Universität Graz wurde 1585 gründet, ist damit Österreichs zweitälteste Uni und eine der größten des Landes. Sie führt sechs Fakultäten mit insgesamt rund 31.000 Studierenden und 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die rund 120 Studien ziehen jährlich etwa 4.400 Studienanfänger an und bringen pro Jahr an die 3.300 Absolventen hervor.

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