Bildung

In der Volksschule sollen die Lehrpläne überarbeitet werden © APA (dpa)
In der Volksschule sollen die Lehrpläne überarbeitet werden © APA (dpa)

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Schüler für Verbesserungen bei Lehrplan, Matura, Personal

13.12.2019

Die Bundesschülervertretung (BSV) hat im Herbst 3.600 Jugendliche befragt, was sich am Schulsystem ändern soll. Das Ergebnis sind sechs Forderungen, etwa nach Verbesserungen bei Lehrplan, Matura und Unterstützungspersonal. Am 13. Dezember hat Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike von der ÖVP-nahen Schülerunion dieses "Bildungskonzept" an Vertreter der Regierungsverhandler von ÖVP und Grünen übergeben.

Die konkreten Forderungen: In der Volksschule sollen die Lehrpläne überarbeitet, Talente besser gefördert und der Übergang zur Neuen Mittelschule (NMS) bzw. AHS-Unterstufe verbessert werden. An NMS und AHS-Unterstufe soll es ein einheitliches Bildungsniveau geben, auch an der Schnittstelle zur AHS-Oberstufe bzw. den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) sieht die BSV Verbesserungsbedarf. Bei der Zentralmatura müsse wiederum sichergestellt sein, dass das Niveau jedes Jahr vergleichbar ist und alle dieselben Hilfsmittel nutzen dürfen. Außerdem fordern die Schüler eine anonyme Korrektur der Klausuren.

Ab der dritten Klasse NMS bzw. AHS braucht es aus Sicht der Schülervertreter ein eigenes Pflichtfach "Politische Bildung und Medienkunde". Nachholbedarf sehen sie auch im Bereich Digitalisierung: Hier fordern sie digitale Grundbildung in jeder Schulstufe, einheitliche Infrastruktur an allen Schulen und eine verpflichtende Aus- und Weiterbildung für Lehrer. Es sei inakzeptabel, wenn in der Wirtschaft von der Industrie 4.0 gesprochen werde, während in den Schulklassen Overhead-Projektoren zum Einsatz kommen. Die BSV fordert außerdem an den Schulen mehr Gewaltprävention, ein flächendeckendes Angebot an Schulpsychologen und mehr Schulsozialarbeiter zur Bewältigung von Krisen. Thema ist auch der Klimawandel: Umweltbildung müsse fächerübergreifendes Unterrichtsthema sein, an den Schulen Mülltrennung ausgebaut und Einwegplastik komplett abgeschafft werden.

Die Schüler müssten mit ihren Forderungen in den Regierungsverhandlungen "endlich Gehör finden", forderte Uzodike vor dem Verhandlungsort bei der Übergabe an Grünen-Verhandlerin Sibylle Hamann und ÖVP-Schüler- und Studentensprecher Nico Marchetti, der 2009 selbst Bundesschulsprecher war. "Denn ein Regierungsprogramm, welches die Forderungen unseres Bildungskonzepts nicht beinhaltet, ist ein Programm, das die Schülerschaft ignoriert."

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