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FPÖ und NEOS für stufenweise Rückkehr zum Unterricht © APA (dpa)
FPÖ und NEOS für stufenweise Rückkehr zum Unterricht © APA (dpa)

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Schule - Forderung nach mehr Planbarkeit

31.03.2020

Die Oppositionsparteien, Schülervertreter, Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung haben heute mehr Klarheit darüber eingefordert, wie lange die Schließung der Schulen wegen der Coronavirus-Pandemie noch andauern wird. Lob gab es für die angekündigten Maßnahmen für Kinder, die besondere Unterstützung oder technische Ausstattung für das Lernen daheim benötigen.

Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike von der ÖVP-nahen Schülerunion appelliert in einer Aussendung an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) beim Matura-Termin "endlich für Klarheit in den Schulen zu sorgen". Sie warnt außerdem davor, dass die Möglichkeit zum Erarbeiten neuen Stoffs den Druck auf die Schüler erhöhen könnte.

Unsicherheit bei Eltern vergrößert

Aus Sicht von SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid wurde die Unsicherheit bei den Eltern durch die Ansagen des Ministers weiter vergrößert. "Wenn die Schulen nach Ostern weiter nicht für alle SchülerInnen geöffnet sind, braucht man Antworten hinsichtlich Betreuung und Sonderurlaub sowie zum Unterricht und der Leistungsbeurteilung." Sie fordert, dass Schüler mit "Nicht Genügend" im Semester auf jeden Fall aufsteigen können. Kritik übt sie daran, dass Schulen selbst entscheiden sollen, ob sie im Heimunterricht auch neuen Stoff vermitteln. Das bringe Druck für die Eltern und unterschiedliche Voraussetzungen für die Schüler.

Auch FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl vermisst klare Ansagen des Bildungsministers. Dass der neue Maturatermin infrage gestellt werde, sei bestenfalls "ignorant". Er plädiert dafür, die Zentralmatura dieses Jahr auszusetzen und eine Lösung im Sinne der "Matura alt" zu finden. Für Schüler unter 14 Jahre fordert Brückl Schulalltag in Form von "Blockunterricht", bei dem jeden Tag ein Fünftel der Schüler in den Hauptgegenständen unterrichtet wird, wodurch jeder einmal pro Woche in die Schule käme.

NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre wünscht sich einen Stufenplan für eine schrittweise Öffnung der Schulen nach Ostern. Schulschließungen bis September seien zu verhindern, um die soziale Kluft in der Bildung nicht weiter zu vergrößern. Der Schulbetrieb soll, sobald das gesundheitlich vertretbar ist, zumindest tageweise und in einigen Fächern ermöglicht werden. Für benachteiligten Kinder fordern die NEOS ein Sonderbudget für Förderunterricht und für die Matura einen Plan B.

Sozial Benachteiligte fördern

Die Arbeiterkammer will Unterstützung für jene Kinder, deren Eltern sie nicht beim Fernunterricht unterstützen können. Gerade Schüler aus sozial benachteiligten Familien müssten gefördert werden, so AK-Präsidentin Renate Anderl. Die Industriellenvereinigung wünscht sich spätestens gegen Ende April eine definitive Entscheidung darüber, wie es mit dem Sommersemester an den Schulen weitergeht. Sie plädiert dafür, Druck für alle Beteiligten herauszunehmen, der gemeinsamen Krisenbewältigung sei jetzt jedenfalls Vorrang vor individuellem Ehrgeiz einzuräumen.

Die Kinderfreunde fordern für jene Kindergartenkinder, deren Kindeswohl daheim gefährdet sein könnte, ein engeres Betreuungsnetz. Dass "täglich viele Eltern" den Kindergartenplatz aufkündigen, zeige, wie prekär die Situation in vielen Familien sei.

Lob kommt von der ÖVP-nahen AktionsGemeinschaft (AG) für die Ankündigung eines "neutralen Semesters". Das sei "die unkomplizierteste Art mit der Hochschulschließung umzugehen". SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl unterstützt ein "neutrales Semester", fordert darüber hinaus aber noch, die Studiengebühren für das aktuelle Semester zu erlassen und "umsichtige, unbürokratische Modelle zur Verlängerung der Tätigkeit an den Hochschulen für zeitlich befristete Angestellte und Forschende".

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