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Auslöser der Diskussion war der christliche Sexualkundeverein TeenSTAR © APA (Fohringer)
Auslöser der Diskussion war der christliche Sexualkundeverein TeenSTAR © APA (Fohringer)

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Sexualpädagogik: Akkreditierungsverfahren statt Vereinsverbot

17.02.2020

Das im Sommer von ÖVP und FPÖ per Entschließungsantrag im Nationalrat geforderte Verbot von externen Vereinen im Sexualkundeunterricht ist vom Tisch. Das Bildungsministerium lässt derzeit vielmehr vom Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) Akkreditierungskriterien für die Vereine ausarbeiten, bestätigte man im Ressort auf APA-Anfrage.

Auslöser der Diskussion war der auch an Schulen tätige christliche Sexualkundeverein TeenSTAR, in dessen Schulungsmaterialien u.a. Homosexualität als heilbares Identitätsproblem und Selbstbefriedigung als schädlich dargestellt wurden. Weiters wurden kein Sex vor der Ehe und natürliche Empfängnisverhütung propagiert. Der damalige (und mittlerweile auch aktuelle) Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) empfahl Schulen daraufhin, nicht mehr mit TeenSTAR zusammenzuarbeiten. Außerdem sollten sich sexualpädagogische Vereine grundsätzlich für den Einsatz an Schulen akkreditieren müssen.

Nach dem Ende der ÖVP-FPÖ-Regierung wollten die beiden Parteien dann aber noch weiter gehen und externe Vereine per (unverbindlichem) Entschließungsantrag ganz aus dem Sexualkundeunterricht verbannen. Das stieß auch in den Bildungsdirektionen überwiegend auf Skepsis.

Mit der Rückkehr Faßmanns als Bildungsminister verfolgt man nun weiter die Akkreditierungsvariante. Eine entsprechende Passage findet sich auch im Regierungsprogramm. Begrüßt wird die Auswahl des ÖIF von der Plattform Sexuelle Bildung, einem Zusammenschluss von sexualpädagogischen Vereinen und Wissenschaftern.

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