Bildung

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Sondersitzung: FPÖ gegen Gesamtschule

19.06.2017

Kritik an der Bildungseinigung kam in erster Linie von der FPÖ. SPÖ und Grüne hätten mit der Gesamtschule ein "gescheitertes Schulmodell" durchgesetzt, die ÖVP sei im Liegen umgefallen, sagte Bildungssprecher Wendelin Mölzer. Zumindest teilweise zufrieden zeigte sich das Team Stronach.

Bis zu 45.000 Schüler in Österreich würden zu Versuchskaninchen für die Gesamtschule gemacht, sagte Mölzer und bekräftige die Ablehnung seiner Partei: "Mit uns wird es das nicht geben." Den Dringlichen Antrag der NEOS begrüßte er, bloß sei dort die Zuwanderungs- und Integrationsproblematik vergessen worden. Mölzer brachte daher einen Entschließungsantrag für Deutschklassen für Schüler mit mangelnden Sprachkenntnissen ein.

Robert Lugar vom Team Stronach sah zwar nur ein "Bildungsreförmchen", die Bewegung in Richtung Schulautonomie sei aber eine in die richtige Richtung. Das Bildungsgebäude werde damit abgestützt, doch das Fundament bleibe schlecht, weil von politischem Einfluss zerfressen.

Freude bei SPÖ, ÖVP und Grünen

Bei SPÖ, ÖVP und Grünen herrschte hingegen Freude vor. Elisabeth Grossmann (SPÖ) sprach von einem umfassenden, sehr gelungenen Bildungspaket. Der ehemalige Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle betonte, dass seine Partei "erstmals vom Dogma abgerückt ist, es darf keine gemeinsame Schule geben". Umso enttäuschter zeigte er sich darüber, dass die SPÖ die Studienplatzfinanzierung auf die lange Bank geschoben habe.

Der Grüne Harald Walser sprach von einem guten Gesetz, das alle Mühen wert gewesen sei: "Es stellt die Weichen an Österreichs Schulen in die richtige Richtung." Claudia Gamon von den NEOS sah das nicht so. Es handle sich nur um einen Minimalkonsens, den man mühsam über die Ziellinie gehievt habe.

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