Bildung

An der TU Wien hat es schon vergangene Woche Proteste gegeben © APA (Neubauer)
An der TU Wien hat es schon vergangene Woche Proteste gegeben © APA (Neubauer)

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Studenten an Uni- und TU Wien setzen auf Aktionismus gegen Platznot

11.11.2019

Mit Aktionismus will eine Gruppe von Studentinnen und Studenten vor den Hauptgebäuden der Uni Wien und der Technischen Uni Wien auf den Platzmangel an den Hochschulen aufmerksam machen. Mit Heurigentischen und -bänken haben sie vor den Haupteingängen am Universitätsring bzw. im Resselpark improvisierte Arbeitsplätze eingerichtet. Laut den Organisatoren sind weitere Aktionen geplant.

Ziel der Aktion ist es, den Raummangel an den Unis wieder zum Thema zu machen. "Da ist das Ministerium gefragt und da sind auch die Hochschulen selbst gefragt. Sie haben Spielraum bei ihrem Budget und es wandern einfach viel zu wenig Mittel in die Infrastruktur für uns Studierende", betont einer der Organisatoren, Architekturstudent Philipp vom Kollektiv Zeichensäle Nelson's an der TU Wien, gegenüber der APA.

Neben mehr Räumen für Gruppenarbeiten oder Modellbauen fordern die Studierenden mit ihrer Aktion auch mehr Budget für die Hochschulen und mehr Beihilfen, um das Studium leistbar zu machen. Gleichzeitig machen sie sich für weniger Leistungsdruck sowie weniger Verschulung stark.

Die Organisatoren verweisen zwar selbst auf die unibrennt#-Bewegung, die vor zehn Jahren über Wochen Hörsäle im ganzen Land und allen voran das Audimax der Uni Wien besetzt hatte. Den aktuellen Akteuren gehe es allerdings nicht darum, die Lehre zu blockieren. "Wir setzen auf konstruktiven Aktivismus." Derzeit werde an der Vernetzung mit Gruppen an anderen Unis gearbeitet, weitere Aktionen sollen folgen.

Ehemaliges Lokal Nelson's besetzt

An der TU Wien haben aus Protest gegen den Mangel an Arbeitsplätzen schon vergangene Woche Architekturstudenten ihre Arbeit ins Freie verlegt. Bereits Ende Oktober hatten sie kurzfristig das seit zwei Jahren leer stehende ehemalige Lokal Nelson's im Hof des Hauptgebäudes am Karlsplatz besetzt. Daraufhin wurden vom Rektorat zwei Ersatzquartiere versprochen, seit vergangenem Freitag bzw. diesem Montag werden sie auch genutzt und sind regelmäßig voll. Diese zusätzlichen 130 Quadratmeter sind allerdings bis Dezember befristet und laut dem Kollektiv bei 5.700 Architekturstudenten nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

An der Uni Wien haben auf Facebook unter dem Titel "Freies Denken braucht freie Räume" die Institutsgruppe Bildungswissenschaft samt diverser Studienvertretungen, Interessensgemeinschaften und Basisgruppen Studentinnen und Studenten ab zehn Uhr zum Lernen im öffentlichen Raum "bei Tee und viel frischer Luft!" aufgerufen. Am späten Vormittag waren laut dem Rektorat der Uni Wien knapp zehn Personen dem Aufruf gefolgt. In der Vorwoche gab es am Institut der Bildungswissenschaften, Sprachwissenschaft und Komparatistik bereits eine "Aktionswoche Raum" für mehr Aufenthalts- und Lernräume, weil das Arbeiten, wie es in der Veranstaltungsankündigung hieß, "mit dem Ellbogen einer fremden Person im Gesicht etwas schwer fällt".

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