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sub-auspiciis-Promovend Gabriel Hofer-Ranz (2.v.l.) © Uni Graz/Lunghammer
sub-auspiciis-Promovend Gabriel Hofer-Ranz (2.v.l.) © Uni Graz/Lunghammer

APA

"Sub-Auspiciis"-Promotion an Uni Graz ohne Präsident

19.10.2020

An der Universität Graz ist ein Absolvent "sub auspiciis Praesidentis rei publicae" promoviert worden - allerdings ohne Präsidenten. Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird erst bei einem Termin am 13. November 2020 in Wien allen österreichischen "sub-auspiciis"-Kandidatinnen und Kandidaten ihre Ehrenringe mit dem Wappen der Republik überreichen, wie die Universität Graz bekannt gab.

Voraussetzungen für eine "Promotio sub auspiciis Praesidentis rei publicae" sind ein Vorzug in allen Oberstufenklassen, eine Reifeprüfung mit Auszeichnung, ein Studienabschluss, in dem alle Teile der Diplom- bzw. Bachelor- und Masterprüfungen sowie das Rigorosum mit "Sehr gut" benotet werden sowie Bestbeurteilungen der Diplom- bzw. Masterarbeit und Dissertation.

Eizellen einfrieren für den "perfekten Zeitpunkt für Kinder"

Das sogenannte "Social Egg Freezing" - das vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Eizellen ohne medizinische Indikation - stand im Mittelpunkt der Überlegungen, die der Grazer Philosoph Gabriel Hofer-Ranz in seiner Dissertation anstellt. Die Debatte um diese Praktik wurde bereits 2014 losgetreten, als bekannt wurde, dass die US-Großkonzerne Facebook und Apple ihren Mitarbeiterinnen einen solchen Eingriff bezahlen. "Ich habe in meiner Dissertation - salopp formuliert - die Potenziale und Risiken dieser reproduktionsmedizinischen Technik einer Abwägung unterzogen", schilderte Hofer-Ranz.

Die technischen Möglichkeiten dazu bestünden auch in Österreich, hier ist das Einfrieren der Eizellen derzeit aber nur aus medizinischen Gründen erlaubt, etwa wenn eine Frau vor einer Chemotherapie steht und dadurch ihre Reproduktionsfähigkeit in Gefahr ist. Generell sieht Hofer-Ranz diese Art der Fertilitätsvorsorge als oberflächliche Lösung für ein größeres soziales Problem - nämlich dem der erschwerten Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen. "Den perfekten Zeitpunkt für Kinder gibt es nicht. Und wenn man Entscheidungen existenzieller Natur stets auf die lange Bank des Lebens schiebt, verlernt man, sie überhaupt zu treffen", fasste der Vater zweier kleiner Töchter zusammen.

Die Promotion von Hofer-Ranz haben Rektor Martin Polaschek sowie Dekan und Studiendekanin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, Michael Walter und Margit Reitbauer, vorgenommen.

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