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Aufwand muss vergleichbar sein mit nicht-digitalen Formaten © APA (dpa)
Aufwand muss vergleichbar sein mit nicht-digitalen Formaten © APA (dpa)

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Wiener Studenten beklagen Mängel beim Distance Learning

29.10.2020

An der Uni Wien sind laut einer Umfrage der dortigen HochschülerInnenschaft (ÖH) von Ende September drei Viertel der Studentinnen und Studenten (rund 4.300 Befragte) mit der Möglichkeit von Distance Learning zufrieden, da es mehr Flexibilität etwa für Berufstätige bringt. "Leider gibt es in der Umsetzung aber viele Probleme", betonte die ÖH-Uni-Wien-Vorsitzende Hannah Lea Weingartner am Donnerstag bei der Präsentation. So mangle es an Richtlinien und Qualitätsstandards.

Die Hälfte der Befragten gab demnach an, dass ihr Arbeitsaufwand durch die aufgrund der Coronapandemie großflächig eingesetzte digitale Lehre (viel) höher geworden sei. "Das ist aus unserer Sicht inakzeptabel, der Leistungsdruck im Studium ist ohnehin schon deutlich zu hoch", so Weingartner (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS). 49 Prozent der Befragten erklärten, dass sie schon einmal zu wenig Zeit für eine Online-Prüfung hatten, was für die ÖH Uni Wien mit fehlenden Richtlinien zu tun hat. Außerdem waren nach Angaben der Befragten rund 44 Prozent der Abmeldungen von Lehrveranstaltungen auf ein unzureichendes digitales Lehrangebot zurückzuführen.

Im qualitativen Teil der Befragung haben Studenten auch unklare Leistungsbeurteilung, fehlenden direkten Austausch mit den Lehrenden, technische Probleme sowie kurzfristige Ankündigungen und Änderungen durch die Lehrveranstaltungsleiter kritisiert. Die ÖH Uni Wien warnt nun davor, dass neue Hürden wie technische Ausstattung oder schlechte Anpassung von Lehrveranstaltungen und Prüfungen bei einem beträchtlichen Anteil der Studierenden zu Studienzeitverzögerungen führen könnten.

Schlechtere Konzentrationsfähigkeit

Die Umfrage hat auch negative Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche der Studierenden beleuchtet: Die Hälfte attestierte sich dabei selbst eine schlechtere Konzentrationsfähigkeit und über 50 Prozent gaben, an, dass sich der Kontakt zu den Studienkollegen (sehr) verschlechtert hat. Insgesamt blicken 44 Prozent (eher) negativ auf das neue Semester.

Digitale Lehrveranstaltungen seien nicht generell abzulehnen, "ganz im Gegenteil", betonte Weingartner. Die ÖH Uni Wien fordert sogar, dass alle Lehrveranstaltungen und Prüfungen, bei denen das möglich ist, digital abgehalten werden und auch nach der Pandemie eine Online-Option bei Lehrveranstaltungen beibehalten werden soll. Allerdings brauche es Qualitätssicherung und definierte Mindestanforderungen. Außerdem müsse der Aufwand vergleichbar sein mit nicht-digitalen Formaten.

Von der Regierung fordern die Studentenvertreter der Uni Wien soziale Absicherung der Studierenden, da vor allem die geringfügig Beschäftigten unter ihnen ihren Job verloren und derzeit kaum Anspruch auf Unterstützungsleistungen hätten. Außerdem wollen sie eine Refundierung der Studiengebühren zumindest für das "Ausnahme"-Sommersemester 2020 und zusätzliche Toleranzsemester für alle.

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