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1914/2014 - Italien gedenkt mit Ausstellungen

15.09.2014

Mit mehreren Ausstellungen und Events gedenkt Italien des Ersten Weltkriegs. Dabei stehen vor allem die Lebensbedingungen der Soldaten in den Schützengräben am Karst sowie die schmerzhaften Erfahrungen der Zivilbevölkerung im Vordergrund.

Im Museum für moderne Kunst MART in Rovereto im Trentino startet am 5. Oktober eine große Ausstellung unter dem Titel "Der Krieg, der kommen wird, ist nicht der erste - Der Große Krieg 1914-1918". Auf einer mehr als 3.000 Quadratmeter großen Fläche werden Werke, Zeichnungen, Bilder, Tagebücher und Dokumente zum Ersten Weltkrieg gezeigt. Dabei stehen Erzählungen des Kriegs im Vordergrund, von denen die gekämpft haben, aber auch von Frauen, Kindern, Ärzten, Künstlern und Ordensbrüdern. Ausgestellt sind auch mehrere Waffen und andere Gegenstände aus der Zeit.

Zu sehen sind in Rovereto Werke von italienischen und ausländischen Künstler, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben, darunter Giacomo Balla, Anselmo Bucci, Fortunato Depero, Marc Chagall, Albin Egger-Lienz und Adolf Helmberger. Im Vordergrund stehen auch Bilder des tschechischen Fotografen Josef Sudek, der an der Front fotografierte. Die Ausstellung bleibt bis 20. September 2015 geöffnet.

Kriegsmuseum in der Burg von Rovereto

In Rovereto befindet sich auch das italienische Kriegsmuseum. Es wurde 1921 gegründet und beherbergt heute Waffen, Uniformen, Fotografien, Gemälde, Dokumente und Andenken zum Ersten Weltkrieg sowie heutigen Konflikten. Das historische Museum in der Burg von Rovereto beherbergt in seinen unterirdischen Gängen, Gräben und Warttürmen eine der bedeutendsten Sammlungen in Italien, die den Weltkriegen gewidmet sind.

Die friaulische Ortschaft Redipuglia am Fuße des Karsts und Schauplatz von blutigen Gefechten im Ersten Weltkrieg ist für den größten Soldatenfriedhof Europas mit den Überresten von hunderttausend Gefallenen bekannt. Hier besuchte Papst Franziskus am Samstag bei einer Visite auf den Schauplätzen der Isonzofront auch den österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof. Eingeweiht wurde kürzlich ein Museum im Bahnhof Redipuglias. Besucher können dank 3D-Bildschirmen, Touchscreens und einer interaktiven Fotoausstellung den Alltag des Kriegs nachvollziehen und alles über Kriegstechniken und Kampfausrüstung erfahren. Gezeigt wird auch das Alltagsleben der Soldaten in den Schützengräben am Karst sowie die Erfahrungen von Ärzten, Krankenschwestern und Militärseelsorgern in den belagerten friaulischen Dörfer. Das Museum enthält ein umfangreiches Bildarchiv.

Inspiration durch Tagebuch

Im Museum des Bahnhofes Redipuglia ist dieser Tage die Ausstellung der Triestiner Malerin Adriana Rigonat eröffnet worden. "Eine schwierige Jahreszeit", heißt die Schau der Künstlerin, die sich in ihren Gemälden mit den Schwierigkeiten und den inneren Konflikten der Überlebenden des Ersten Weltkriegs, sowie der Angehörigen der Soldaten befasst, die zu Hause auf Nachrichten warteten. Die Künstlerin ließ sich vom Tagebuch eines überlebenden Mailänder Soldaten, Luigi Soffiantini, inspirieren, der in Klagenfurt gefangen genommen wurde und Jahre der Gefangenschaft in Ungarn und Rumänien verbrachte. Soffiantinis Tagebuch, in dem er einem Freund seine Gefangenschaft zwischen 1917 und 1918 schildert, zählt zu den bewegendsten Zeugnissen des Ersten Weltkriegs, die je ein Soldat geschrieben hat.

"Die Bilder der Ausstellungen sind jenen Personen gewidmet, die zu Hause geblieben sind. Sie sind der schwierigen Zeit des Danachs, der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in der Region Friaul gewidmet, die besonders schmerzhaft die beiden Weltkriege erlebt hat", berichtete Rigonat. Die Schau wolle eine Anregung zur Besinnung sein. "Die Ausstellung soll eine Gelegenheit sein, über all jene schwierigen Zeiten nachzudenken, die sich in der Geschichte wiederholt haben und leider auch heute immer wieder vorkommen", so Rigonat.

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