Kultur & Gesellschaft

Platz nach der archäologischen Bearbeitung wieder zugemacht werden © APA (Nina Töchterle)
Platz nach der archäologischen Bearbeitung wieder zugemacht werden © APA (Nina Töchterle)

APA

800 Jahre alte Befestigungsmauern in Klagenfurt entdeckt

19.07.2019

Bei Grabungsarbeiten im Klagenfurter Landhaushof haben Archäologen jetzt Reste von mittelalterlichen Befestigungen, einer Stadtmauer- bzw. Burganlage entdeckt. Die Wissenschafter stießen auf Katzenkopfpflaster, fanden Reste eines Brandes aus dem 16. Jahrhundert, außerdem Keramikscherben und Ähnliches. "Ein historisch bedeutsamer Fund", befand Landtagspräsident Reinhart Rohr (SPÖ).

Dass in dem Bereich die Stadtmauer verlief, wurde bisher aufgrund von Quellen nur angenommen, nun habe man den archäologischen Beweis dafür. Wilhelm Deuer, Landesarchivar im Ruhestand, erklärte, dass die Marktsiedlung Klagenfurt Mitte des 13. Jahrhunderts von der Glan an die Stelle der heutigen Altstadt übersiedelte, damals eine Schotterinsel im Sumpfgebiet. 1518 schenkte Kaiser Maximilian die damals wenig bedeutende Stadt den Landständen, die auf der damaligen Burgruine bis zum Ende des 16. Jahrhunderts das Landhaus in seiner heutigen Form errichteten. Bei den Ausgrabungen fand man nun Mauern aus zwei vorherigen Bauphasen, berichtete Landesarchäologe Christoph Baur.

Heimo Dolenz vom Landesmuseum sagte, die Befestigungsmauern weisen die für die Zeit typischen seichten Fundamente auf: "So versteht man Geschichten aus dem 30-jährigen Krieg über Mineure, die unter die Stadtmauern gruben und sie in die Luft sprengten." Römische Fundamente seien viel tiefer gewesen, bei diesen wäre eine solche Taktik nicht aufgegangen. Die ältesten Keramikfunde datieren ins zwölfte bis frühe 13. Jahrhundert, die früheste Stadtbauphase Klagenfurts.

Der Platz im Landhaushof wird aktuell generalsaniert, man peilt eine Fertigstellung bis Jahresende an. Laut Rohr soll der Platz nach der archäologischen Bearbeitung wieder zugemacht werden. Neben dem bisherigen Kopfsteinpflaster wird auch ein Teil der mittelalterlichen Katzenkopfpflaster verlegt. Drei alte, Schatten spendende Bäume, die der Generalsanierung zum Opfer fielen, sollen durch neue Exemplare ersetzt werden, versprach der Landtagspräsident. Dass die Bäume gefällt wurden, hatte in der Stadt für Kritik gesorgt.

Weitere Meldungen Kultur & Gesellschaft
APA
Partnermeldung