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Kooperation von Interface-Cultures-Studium und Ars Electronica © APA
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Ars Electronica - 15 Jahre Interface Cultures mit Schau "Transcode!"

03.09.2019

Zu seinem 15-jährigen Bestehen trägt das Linzer Kunstuni-Department Interface Cultures die 14. Ausstellung seiner Studierenden zum Jubiläumsfestival "Out of the box" der Ars Electronica bei. Unter dem Titel "Transcode!" sind insgesamt 17 Projekte - interaktive Arbeiten, Performance-Kunst und interessante Prototypen - in der PostCity am Hauptbahnhof zu sehen.

Bereits ein Jahr nachdem Christa Sommerer und Laurent Mignonneau das Studium aus der Taufe gehoben hatten, entstand die Kooperation mit der Ars Electronica - "die sich fortsetzen wird", bekräftigte der mit Oktober scheidende Rektor Reinhard Kannonier bei einer Presseführung. "Es war nicht immer einfach am Anfang", bekannte er, der gemeinsam mit Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker auch die Campus-Ausstellung mit früher mindestens einer Partner-Uni ins Leben gerufen hat. Heuer nehmen 57 Universitäten, darunter die 100. Geburtstag feiernde Bauhaus-Universität Weimar, teil.

International besetztes Studium

Sehr international ist das Interface-Cultures-Studium besetzt, das in seinen 15 Jahren über 50 Master- und PhD-Absolventen hervorgebracht hat, sagte Mignonneau. Es sei gerade heute wichtig, junge Menschen zu ermutigen, Kunst zu machen, betonte Stocker. Der Ausstellungstitel "Transcode!" spielt mit der Angst, beim Formatwechsel einer Datei etwas zu verlieren. "Doch wer sagt, dass das Original besser ist als die Transcodierung?", fragte Kuratorin Manuela Naveau. Mit diesem Verwandeln, unterschiedlichen Optiken und Übersetzungsprozessen aus der einen in eine andere Realität spielen die meisten Arbeiten.

Zumindest bei "Curly Cable" von Andrea Rebok aus Österreich muss man sich entscheiden, ob man den sich bewegenden aufgehängten Spiralkabeln oder ihrer Projektion auf der Wand zusieht. Die Künstlerin wollte die allgegenwärtigen Kabeln, die wir sonst gern - in Kanälen, Wänden oder unter Tischen - verstecken, einmal vor den Vorhang holen, wie sie erklärte. "I Stalk Myself More Than I Should" der Italienerin Sofia Braga spielt mit archivierten Instagram-Stories. Demgegenüber steht "Meanwhile in China", das gemeinsam mit dem Deutschen Matthias Schäfer entstand und die chinesische App Douyin, international bekannt als TikTok, und die unterschiedlichen Inhalte der beiden Versionen beleuchtet.

Der Koreaner Jeon Hess schuf mit "Insert & Play" eine Reminiszenz an das Älteren noch bekannte Einlegen des Mediums und Play-Taste-Drücken von Kassettenrekordern und CD-Playern. Heute ist das, samt Tonsignal, nur noch bei Küchengeräten zu finden, und Hess funktionierte eine Mikrowelle in ein Gerät zum Dias Anschauen um. Der Türke Onur Olgac schuf mit "Sellout" ein Psycho-Spiel nicht nur für Krimifans: Zwei "Kriminelle" müssen sich im Echtzeitspiel entscheiden, ob sie dabei bleiben zu kooperieren oder ob doch einer einknickt und den anderen verrät. Der Künstlichen Intelligenz bedient sich der Schweizer Fabian Frei in "A recreative poetry machine", die zu den immer selben laufenden Dias immer unterschiedliche kurze Gedichte - in schwyzer-dütschem Idiom - kreiert.

Face-Tracking auf Extrawurst

Sehr plakativ ist "Sausageface" von Isabella Auer. Zu einem süßlichen Jingle tanzt ein Gesicht auf einer riesigen Extrawurst-Scheibe. Es bewegt seine Lippen und Augenbrauen dank Face-Tracking exakt wie der in eine Kamera schauende Besucher - Auer sieht "Sausageface" als abstraktes Selbstporträt frei nach dem Motto "Sind wir nicht alle Würste?", wobei subtil Kritik an Schönheitsidealen, Politik und Werten mitschwingt. Poetisch ist "as promised" des Iraners Amir Bastan, bei dem man einen Zylinder drehen muss - konstant in der richtigen Geschwindigkeit -, um eine Filmszene sehen zu können.

Im Performance-Zimmer der Ausstellung inszeniert Afra Sönmez aus der Türkei in "50 Shades of Forest" Textilien als elektronisches Instrument. Daneben zeigen die experimentelle Klangkünstlerin Monica Vlad und Sopran-Stimme Johanna Falkinger "die Fehler, die in der klassischen Musik vermieden werden, mittels Noise Musik" auf. Dies ist eine Kooperation mit der Bruckneruni. Auch der indische Performer Jaskaran Anand studierte dort, bevor er zu Interface Cultures kam. Er agiert in "MachinedHuman!" in einer Art Mensch-Maschine-Mix. Die Performances werden auch zu fixen Zeiten gezeigt, wobei immer einer der Künstler in der Ausstellung anwesend sein wird, um Besuchern die einzelnen Projekte zu erklären.

Service: "Transcode!" - Ausstellung der Interface-Cultures-Studierenden der Kunstuni Linz in der PostCity, Linz, 5. bis 9. September, Do-So 10 bis 19.30 Uhr, Mo 10 bis 18 Uhr; http://ars.electronica.art/outofthebox

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