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Auf Flucht von Stein erschlagen: Männer-Skelett in Pompeji gefunden

29.05.2018

Das Skelett eines Mannes, der auf der Flucht vor dem Ausbruch des Vesuvs von einem 300 Kilo schweren Stein erschlagen worden ist, ist von Archäologen bei Ausgrabungen im Pompeji entdeckt worden. Der geschäftsführende italienische Kulturminister Dario Franceschini sprach von einem "unglaublichen Fund".

Das Opfer sei ein etwa 35 Jahre alter Mann, der offensichtlich eine Gehbehinderung hatte und sich wahrscheinlich deshalb nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, als es zum Vulkanausbruch kam. Er wurde von dem Stein regelrecht enthauptet, stellten die Archäologen bei den Ausgrabungen fest. "Es handelt sich um einen außerordentlichen und dramatischen Fund", berichtete der Direktor des archäologischen Parks von Pompeji, Massimo Osanna, laut Medienangaben.

Hinkender enthauptet

"Wir haben das Skelett an einem Ort gefunden, wo sich vermutlich ein Brunnen befand", berichtete Osanna. Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass der Mann an einer Knocheninfektion litt und deshalb wohl hinkte. "Der arme Mann muss alles versucht haben, um zu flüchten. Doch er hat es nicht geschafft. Ein riesiger Stein hat ihn am Oberkörper getroffen und ihn enthauptet", berichtete Osanna.

Immer wieder machen Archäologen spektakuläre Funde am Ort der antiken Stadt, die unter einer Ascheschicht begraben und somit weitgehend konserviert wurde. Die Stätte zieht Jahr für Jahr Millionen von Touristen an. Zuletzt waren Überreste eines Pferdes gefunden worden, das beim Ausbruch des Vesuvs 79 nach Christus verschüttet wurde. Erstmals sei mit einem plastischen Gipsabdruck der komplette Körper des Tieres nachgeformt worden, teilte die Ausgrabungsstätte vergangene Woche mit. Dafür wurde der Hohlraum, den das Tier in dem erhärteten Gestein hinterlassen hat, mit Gips ausgefüllt.

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