Kultur & Gesellschaft

Petrified Petrol Pump, 2010 © Allora & Calzadilla
Petrified Petrol Pump, 2010 © Allora & Calzadilla

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Ausstellung im Rahmen der Vienna Art Week 2020 - Der Angriff auf die Gegenwart - Aussichten im Postwachstum

27.10.2020

Die immer neu entfachte Lust auf nie zufriedenstellenden Konsum, der nach wie vor routinierte Zugriff auf längst begrenzte Ressourcen in einem nahezu selbstverständlichen Ausverkauf, ungeschützte Arbeit ohne Aussicht auf Sicherheit und Entwicklung, ein aus der Zeit gefallener Automobilismus, gesellschaftlicher Zusammenhalt, der an den Exponentialkurven einer Pandemie bemessen wird, die Suspension von Öffentlichkeit - die Liste wäre weiter fortzusetzen, um doch nur Fragmente einer Realität festzuhalten, die nicht inne hält und dabei nie über das Jetzt und den immer entscheidenden Moment hinauskommt.

Die vorstellbaren Zukunftsbilder einer solchen Gegenwart scheinen nur mehr denkbar als brutale, als unerträgliche Dystopien (ökologische Katastrophe, Klimakollaps, Massensterben) oder als gleichermaßen verheißungsvolle wie unerreichbare Utopien (faire und gerechte Gesellschaft für 10 Milliarden Erdenbürger*innen 2050, der eine dekarbonisierte, nachhaltige Wirtschaft im Einklang mit der Natur dient).

Die Bedingungen, unter denen diese Ausstellung zustande kommt, ergeben sich nicht zuletzt aus einem globalen Notstand. Diese Ausstellung befragt daher Künstler*innen nach ihren Bildern einer Gegenwart, die von Endzeitvorstellungen und Krisen geprägt ist und doch zugleich nach Konzeptionen und Nach Kraft sucht. Es braucht widerständige Erfassungen einer Gegenwart wie Aussichten auf eine Zukunft, um Spielräume zu erkämpfen. Je eindringlicher die Bestandsaufnahmen desto schärfer lassen sich auch die Anliegen formulieren und übertragen und zugleich die Erkenntnis festhalten, dass solche Ziele die vieler sind. In diesem Sinn ist Kunst immer politisch zu verstehen.

Die künstlerischen Arbeiten formulieren Aussichten eine empathischen Zukunft angesichts einer Welt, in der es dringlicher denn je andere Zugänge braucht, um nötige Expertise und zugängliches Allgemeinwissen, reale Zwänge und visionäre Freiheiten, verantwortungsvolles Engagement und verstörende Angstbilder zu einer kraftvollen Vielfalt zusammenzubringen: "Die Avantgarde ergibt sich nicht", hatte der Künstler und kritische Denker Asger Jorn 1962 klargemacht. Diesem kämpferischen Anspruch möchte sich die Ausstellung stellen, geht es doch wesentlich darum, nicht auf Zukunft zu verzichten.

Die Ausstellung wird von einer Plakatserie begleitet, die wesentliche Daten und Fakten zur Weltlage aufbereitet.

Mit Arbeiten von Allora & Calzadilla, Böhler & Orendt, Sophie Bösker, Nikolaus Gansterer, Oto Hudec, Markus Jeschaunig, Maria Kanzler, Krištof Kintera, Justin Lieberman, Christian Kosmas Mayer, Nicole Six und Paul Petritsch, Katrin Plavčak, Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger, Michael Strasser, Herwig Turk, Anna Vasof.

Kuratiert von Brigitte Felderer, Barbara Horvath, Nina Pohler, Alexandra Strickner

Universität für angewandte Kunst Wien: Ausstellung im Rahmen der Vienna Art Week 2020

Der Angriff auf die Gegenwart 1- Aussichten im Postwachstum

Die Covid-Regeln begrenzen die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig in den Ausstellungsräumen aufhalten dürfen. Wir bitten um Ihr Verständnis und um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Eröffnung am Dienstag, 10. 11.2020, 14 - 20 Uhr

Ausstellungsdauer: 11.11.2020 - 23.1.2021, Mi bis Sa 14 - 18 Uhr

Ort: Universitätsgalerie im Heiligenkreuzer Hof, 1., Schönlaterngasse 5

Kuratierte Führung: Sa, 14.1. 14 Uhr

Von 23.12.2020 bis 6.1.2021 geschlossen.

Fotos zum Download auf dieangewandte.at/

Der Titel nimmt Anleihe bei Alexandre Kluges Film "Der Angriff der Gegenwart auf die übrigen Zeit" aus dem Jahr 1985

Rückfragehinweis:
Mag.a Andrea Danmayr
Medienkommunikation & Presse / Press & Media
T +43 1 71133 2004
M +43 664 826 07 81 
dieangewandte.at
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