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Auszeichnungen für Schriftsteller Manfred Chobot und Germanistin Klaralinda Ma-Kircher

18.09.2019

"Mit Manfred Chobot und Klaralinda Ma-Kircher ehrt die Stadt heute zwei vielseitige Persönlichkeiten, die über Jahrzehnte hinweg engagiert gearbeitet, geschrieben und geforscht haben", betont Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler im Rahmen der heutigen Ehrenzeichenverleihung im Wiener Rathaus. "Beide verbindet ein starkes Bekenntnis zur Literatur und ihre Rolle als Brückenbauer, die zwischen Kunst und Publikum vermitteln". Ma-Kircher habe die unterschiedlichsten Themenfelder zur Wiener Stadtgeschichte beforscht und sich als Mitherausgeberin des Gesamtwerks von Herzmanovsy-Orlando einen exzellenten Ruf in der Fachwelt erworben. Manfred Chobot decke viele Facetten der Literatur ab und bewies dabei Experimentierfreudigkeit. Seine Lust am Reisen fand Eingang in zahlreichen Texten, zuletzt im kürzlich erschienen Logbuch "In 160 Tagen um die Welt.

"Manfred Chobot ist Liebhaber der kleinen literarischen Form. Satiren, Mini-Geschichten, Text-Clips, Fragmente, Dialekttexte, es ist die Lust an der spielerischen Verknappung, die ihn auszeichnet. Getrieben wird er dabei von unbändiger Neugierde und dem Wunsch, niemanden zu langweilen", so Manfred Müller, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in seiner informativen Laudatio, in der er neben dem literarischen Werk auch Chobots umfangreiche Musiksammlung, seine Tätigkeit als Galerist und seine Weltreisen würdigte.

"Ma-Kirchers Fokus als Forscherin liegt auf der Stadt- und Alltagsgeschichte", erzählt Astrid Rompolt, stellvertretende Bezirksvorsteherin des zweiten Bezirks, in ihrer launigen Würdigung. "In Ausstellungen, Publikationen und Vorträgen macht sie die Geschichte der "kleinen" Leute lebendig. Sie trägt die Errungenschaften der Stadt, vom Roten Wien bis in die Gegenwart, und die Begeisterung darüber weiter. Kunst und Kultur kann in dieser Stadt auch unabhängig vom Portemonnaie erlebt werden. Ma-Kircher hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet".

Wien sei in einigen Punkten einzigartig. Etwa der Bau der 1. Hochquellwasserleitung - "eine damals mutige politische Entscheidung" - oder das Grätzl rund um den Brunnenmarkt und die Yppengasse, wo sein Vater einen Lebensmittelhandel betrieb, dankte Manfred Chobot auch im Namen von Klaralinda Ma-Kircher für die Wiener Auszeichnungen.

Biographie Manfred Chobot

Chobot begann 1965 literarische Texte zu schreiben. Er fand Anschluss an die Wiener Literaturszene, lernte etwa Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, Elfriede Gerstl sowie Peter Henisch kennen, schloss sich dem (informellen) Arbeitskreis "Literaturproduzenten" an und publizierte ab 1971. Gemeinsam mit seiner Frau Dagmar eröffnete Manfred Chobot im selben Jahr eine Galerie, das "Atelier Yppen", die seit 1983 am heutigen Standort Domgasse 6 als "Galerie Chobot" firmiert.

1972 wurde Chobot freier Mitarbeiter des ORF und gestaltete für Ö1 und Ö3 Sendungen, etwa für "Musikbox", "ex libris" oder das "Radiokolleg". Chobot verfasste rund 50 Hörspiele, nicht nur für den ORF sondern auch für den Hessischen Rundfunk, den Süddeutschen Rundfunk, Radio Bremen und die RAI.

Eindrücke, die der Autor auf mehreren Hawaii-Reisen zwischen 1995 und 2002 gewinnen konnte, flossen in die beiden Bücher "Maui fängt die Sonne – Mythen aus Hawaii" (2001) und "Aloha – Briefe aus Hawaii" (2008).

Daneben schreibt Chobot nach wie vor Lyrik, Erzählungen, Romane sowie Kinderbücher und ist als Herausgeber bzw. Rezensent literarischer Texte tätig. Zuletzt erschien von ihm "In 160 Tagen um die Welt", ein Logbuch.

Biographie Klaralinda Ma-Kircher

Die gebürtige Klagenfurterin ging nach der Matura nach Wien, um hier an der Universität Germanistik und Romanistik zu studieren. 1979 promovierte sie mit der Dissertation "Fritz von Herzmanovsky-Orlandos 'Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstochter'. Versuch einer historisch-kritischen Edition". Lehraufträge für österreichische Literatur führten sie unter anderem an Universitäten in Peking und Bremen, bevor sie 1982 als wissenschaftliche Bibliothekarin in die MA 8 – Wiener Stadt- und Landesarchiv eintrat.

Die Bibliothekarin trat vor allem mit Publikationen und Ausstellungen zur österreichischen Literatur und zu stadtgeschichtlichen Themen an die Öffentlichkeit. Von 1993 – 2008 gab sie die "Wiener Geschichtsblätter" heraus. Ihr wissenschaftliches Hauptwerk ist aber zweifellos die Mitherausgabe sämtlicher Werke von Fritz von Herzmanovsky-Orlando unter der Leitung ihres Doktor-Vaters Wendelin Schmidt- Dengler sowie des Innsbrucker Germanisten Walter Methlagl. 2013 folgte die Leseausgabe ausgewählter Werke des österreichischen Autors, die Klaralinda Ma-Kircher als Herausgeberin verantwortete. 2003 wurde sie als erste Frau zur Präsidentin des "Vereins für Geschichte der Stadt Wien" gewählt. Diese Funktion übte sie bis 2006 aus.

Rückfragehinweis:
   Renate Rapf
   Mediensprecherin StRin Mag.a Veronica Kaup-Hasler
   4000-81175
   renate.rapf@wien.gv.at
   www.wien.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

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