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Großmütter verbessern die Überlebenschancen ihrer Enkelkinder © APA (AFP)
Großmütter verbessern die Überlebenschancen ihrer Enkelkinder © APA (AFP)

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Berner Forscher ging "Großmutter-Hypothese" in Quebec nach

08.02.2019

Je weiter weg die Großmutter lebt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihre Töchter eine geringere Anzahl Kinder haben: Zu diesem Schluss kommt ein Berner Forscher, der zusammen mit kanadischen Kollegen Daten zur Bevölkerung der Provinz Quebec ausgewertet hat.

Sacha Engelhardt vom Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern ging mit seinem Team der "Großmutter-Hypothese" nach. Diese besagt, dass Frauen nach den Wechseljahren ihre Nachkommen der übernächsten Generation unterstützen und so einen positiven Einfluss auf deren Überlebensrate haben.

Die Hypothese sei schon vielerorts getestet worden, schreibt die Universität Bern in einer Aussendung. Mancherorts habe sich die Annahme als plausibel herausgestellt, anderswo nicht.

Neuer Ansatz prüft geografische Entfernung

Das bernisch-kanadische Forscherteam wählte einen neuen Ansatz: Sie überprüften die Hypothese anhand der geografischen Entfernung. Dafür werteten sie Daten der Bevölkerung von Quebec zwischen 1608 und 1799 aus. In dieser Zeit wurden die ersten französischen Siedlungen gegründet. Die Analyse umfasste 3.382 Großmütter, die 34.660 Kinder zur Welt brachten. Von diesen Kindern heirateten 7.164 Mädchen und hatten insgesamt 56.767 Kinder.

Das Fazit der Studie, die im Fachmagazin "Current Biology" publiziert wurde, lautet vereinfacht: Je weiter weg die Großmutter, desto weniger Enkelkinder. Pro 100 Kilometer Entfernung sind es 0,6 Kinder weniger pro Frau. "Das ist eine Menge", erklärte Sacha Engelhardt. "Pro 300 Kilometer sind es 1,5 Kinder weniger."

Großmütter verbessern offenbar auch die Überlebenschancen ihrer Enkelkinder. "In unserer Studie hatten Frauen, deren Mütter noch am Leben waren, nicht nur mehr Kinder - es erreichten auch mehr dieser Kinder das Alter von 15 Jahren", erklärte der kanadische Wissenschafter Patrick Bergeron, der an der Studie mitwirkte.

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