Kultur & Gesellschaft

Voraussetzungen, um in ein Horizon 2020-Projekt eingebunden zu werden © EU-EaP STI Cooperation Barometer
Voraussetzungen, um in ein Horizon 2020-Projekt eingebunden zu werden © EU-EaP STI Cooperation Barometer

Kooperationsmeldung

Das Projekt des ZSI: EaP PLUS

09.07.2019

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit dem ZSI

Eastern Partnership kurz erklärt:

Unter dem Namen "Eastern Partnership" kooperiert die Europäische Union seit 2009 verstärkt mit den sechs Ländern in ihrer östlichen Nachbarschaft - Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine und Weißrussland. Neben bilateralen Assoziierungs- und Freihandelsabkommen, die die EU mit einzelnen Ländern in der Region schließt, wird diese Kooperation auch durch fünf thematische Schwerpunktbereiche, für die 20 konkrete Ziele bis 2020 definiert wurden, ergänzt (20 Deliverables for 2020).

Besondere Fortschritte erzielte die Östliche Partnerschaft bisher in den Bereichen der Wirtschaft und der Gesellschaft. Mehr zu den konkreten Ergebnissen erfahren Sie hier. Hier einige ausgewählte konkrete Ergebnisse, die durch die Partnerschaft ermöglicht wurden (Stand 2018):

Wirtschaft

• Seit 2016 stieg der gemeinsame Handel der EU mit den Ländern in der Region enorm an: Armenien +15%, Aserbaidschan +17%, Georgien +6%, Moldawien +20%, Ukraine +24%, Weißrussland +19%
• Zustimmung über ein Roaming Agreement bis 2020
• Mehr als 50% der EU Darlehen sind in der nationalen Währung verfügbar

Gesellschaft

• Erste Eastern Partnership European School in Tbilisi eröffnet
• 30 000 junge Menschen nahmen am Erasmus+ Programm teil; Austausch, Mobilitäts- und Freiwilligen Programme wurden in Anspruch genommen
• Das EU4Youth Programm unterstützt junge Menschen bei der Jobsuche und beim Aufbau eines Unternehmens
• 200 Europäische Jugend-BotschafterInnen sind im regen Austausch mit Partnerorganisationen der EaP Länder
• Alle Länder haben nun den vollständigen Zugang zu H2020 (Armenien, Georgen, Moldawien und Ukraine sind zu Horizon 2020 auch assoziiert)

DAS PROJEKT DES ZSI: EaP PLUS

Laufzeit: 09/2016 - 08/2019

Projektleiter am ZSI:
Mag. Philipp Brugner, B.A.
brugner@zsi.at

Beschreibung des Projektes

Das Projekt EaP PLUS (Horizon 2020, ZSI als Partner) startete im Jahr 2016 und läuft noch bis September diesen Jahres. Es baut auf den Resultaten des Vorgänger-Projektes IncoNet EaP auf, welches im 7. EU-Rahmenforschungsprogramm von 2013 bis 2016 lief. EaP PLUS verfolgt vor allem eine Intensivierung der Forschungskooperation zwischen sowohl individuellen, als auch institutionellen Akteuren aus den EU- Mitgliedsländern und den Ländern der östlichen Partnerschaft. Das soll auch über die gezielte Unterstützung der Länder der östlichen Partnerschaft mit deren Teilnahme am Horizon 2020-Programm gelingen. Unabhängig davon, ob eine Assoziierung zu Horizon 2020 stattgefunden hat (Moldawien, Ukraine, Georgien, Armenien) oder nicht (Weißrussland, Aserbaidschan), arbeitet EaP PLUS in allen sechs Ländern in gleicher Intensität und mit denselben Akvititäten.

Folgende weitere Leistungen konnte EaP PLUS bisher bereits erzielen:

a) Unterstützung des politischen Dialogs in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Innovation zwischen der EU und den Ländern der Östlichen Partnerschaft (z.B. durch eine Kooperation mit dem EU-EaP R&I Panel)

b) Stärkere Vernetzung zwischen den ForscherInnen und ProjektmanagerInnen in der EU und den EaP-Ländern (z.B. über die Ausschreibung von Reise- und Networking-Stipendien oder durch die Organisation von Workshops zur Vernetzung)

c) Wissens- und Administrationsaufbau im Bereich Antragstellung für Horizon 2020 in den EaP-Ländern (z.B. über die Organisation von so genannten "Horizon 2020 Info Days" in der Region)

d) Wissenstransfer an der Schnittstelle Forschung und Wirtschaft mit Beispielen aus der EU (z.B. über das Konzept der Europäischen Technologieplattformen oder Europäische Plattform zur Kooperation von Industrieclustern)

e) Bewusstseinsbildung und Trainingsmaßnahmen für AkteurInnen in der Wissenschafts-, Forschungs- und Innovationspolitik in den EaP-Ländern zur besseren Harmonisierung länderübergreifender Programme (z.B. über mehrtägige Trainingsseminare mit ausgewählten TeilnehmerInnen oder über evidenzbasierte Empfehlungen an verschiedene Programm-Komitees)

Einige Beispiele aus EaP PLUS

Im Zuge des Projektes EaP PLUS wurden bereits mehrfach Trainings und Webinare zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten in Horizon 2020 organisiert. So konnten ForscherInnen aus den Partnerländern mit europäischen WissenschaftlerInnen vernetzt und deren gemeinsame Einreichung für EU- Forschungsförderungen unterstützt werden.

Thematische Konferenzen wie z.B. zum Erfahrungsaustausch nach der Assoziierung zu Horizon 2020 und Horizon 2020 Info Days brachten einerseits die Verantwortlichen der öffentlichen Hand, die für die Umsetzung von Horizon 2020 in den jeweiligen Ländern zuständig sind, und andererseits das interessierte Fachpublikum, das an Antragstellungen für eine Horizon 2020-Förderung arbeitet, an einen Tisch.

Darüber hinaus wurden zwei groß angelegte Umfragen (EU-EaP STI Cooperation Barometer) mit Stakeholdern aus der Forschungs- und Innovationsszene der EaP- Länder durchgeführt, um zu erfahren, wie gut die internationale Kooperation der Region in diesem Sektor mit der EU funktioniert, welche Hindernisse weiterhin bestehen und welche Erwartungen die sechs Länder im Sinne einer erfolgreichen und zukunftsfähigen Östlichen Partnerschaft im Forschungs- und Innovationssektor haben.

Spezifische Diaspora-Workshops dienten dazu, aufstrebende WissenschaftlerInnen aus den Ländern der Region, die innerhalb der Europäischen Union leben und arbeiten, mit ihren in den Heimatländern tätigen KollegInnen zu vernetzen und dadurch einen intensiven Wissenstransfer zu ermöglichen.

EU-EaP STI Cooperation Barometer - ein Blick auf die Ergebnisse

Um einen tieferen Einblick in die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Ländern der östlichen Partnerschaft in Forschung und Innovation zu bekommen, führte EaP PLUS in den Jahren 2017 und 2018 groß angelegte Umfragen durch (die sogenannten EU-EaP STI Cooperation Barometer Surveys). In beiden Jahren konnten mehr als 600 Personen aus allen sechs Ländern, die in diesem Sektor tätig sind, erreicht werden.

Mit diesen Umfragen ging es EaP PLUS darum, das Stimmungsbild in der Region einzufangen. Die gesammelten Daten erlaubten nicht nur einen genauen Einblick in das individuelle Profil der befragten TeilnehmerInnen, sondern auch in deren Wahrnehmung zum (Nicht-)Funktionieren der Kooperation ihrer Heimatländer mit der EU im besprochenen Sektor. Gezielt wurde auch erhoben, welche Maßnahmen es braucht, um die Rate an erfolgreich eingeworbener EU-Forschungsförderung aus Horizon 2020 in der Östlichen Nachbarschaft zu erhöhen.

In der Grafik präsentieren wir Ihnen ein konkretes Ergebnis aus dem Survey von 2017 (gefragt wurde: "Welche Voraussetzungen braucht es für Sie am ehesten, um in ein internationales Horizon 2020-Projekt eingebunden zu werden?"). Alle weitere Ergebnisse können Sie gerne hier nachlesen.

Mehr über das Projekt

Quelle: ZSI

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