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Die Zukunft der digitalen Identität

06.11.2019

Ein digitaler Identitätsausweis, der selbst Führerscheinkontrollen und Grenzübertritte ermöglicht, könnte bald Teil unseres Alltags sein. Wie sich ein virtuelles Ich sicher einsetzen lässt und wohin sich die digitale Identität aktuell entwickelt, darüber spricht der Informatiker und ehemalige Google-Mitarbeiter René Mayrhofer am 12. November 2019 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Im analogen Leben versichern wir mit einem Personalausweis, dass wir sind, wer wir behaupten zu sein. Anders im Netz: Hier braucht es eine Unmenge an IDs und Passwörtern, um sich beispielsweise auf diversen Webpages oder in Smartphone-Apps einzuloggen. Das soll sich ändern. In naher Zukunft könnten die Identifizierung und Authentifizierung einheitlich funktionieren. Über das Smartphone oder sogenannte Clouds kann man sich mit ein und derselben digitalen Identität ausweisen - nicht nur in der virtuellen, sondern auch in der physischen Welt.

Mit einer digitalen Identität, die sämtliche Ausweise und Log-Ins ersetzt, soll es beispielsweise möglich sein, Staatsgrenzen zu überschreiten, das erforderliche Alter beim Kinobesuch nachzuweisen, Türen in Gebäuden zu öffnen oder auch seine Stimme bei einer politischen Wahl abzugeben.

Demokratiepolitische Risiken

Doch: Das Internet bringt für den Umgang mit der eigenen Identität auch Risiken. René Mayrhofer, Professor für Netzwerke und Sicherheit an der Johannes Kepler Universität Linz, wird bei seinem Vortrag "Aktuelle Entwicklungen zu digitalen Identitäten" im Rahmen der Akademievorlesungen am 12. November 2019 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften über die Möglichkeiten und Grenzen des digitalen Ichs sprechen.

"Wenn wir eine zentrale Datenbank mit allen nötigen Informationen haben, ist das natürlich ein Problem für den Datenschutz und die Privatsphäre. In Indien und China kann man derzeit sehen, dass der Aufbau solcher Datensammlungen demokratiepolitisch bedenklich ist. Wir sehen als Wissenschaftler, wohin die Reise geht, aber wir kennen auch die Risiken", sagt Mayrhofer.

Über René Mayrhofer

René Mayrhofer leitet seit 2014 das Institut für Netzwerke und Sicherheit der Johannes Kepler Universität Linz. Als ehemaliger Android-Sicherheitschef war der Informatiker bei Google für die Absicherung dieses weltweit verbreiteten Smartphone-Systems zuständig. Sein aktuelles Forschungsinteresse liegt im Bereich der benutzbaren Sicherheit und Privatsphäre an der Schnittstelle zu Netzwerkkommunikation, eingebetteten und mobilen Systemen und maschinellem Lernen mit einem Fokus auf digitale Identitäten.

René Mayrhofer: "Aktuelle Entwicklungen zu digitalen Identitäten"

Ort: Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Ignaz-Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Zeit: Dienstag, 12. November um 18 Uhr

Die Veranstaltung ist kostenfrei zugänglich. Um unverbindliche Anmeldung wird gebeten.

Mehr zum Thema:

Über die Frage, wie wir die Kontrolle über unsere digitalen Spuren behalten können, spricht René Mayrhofer im aktuellen Interview auf der ÖAW-Website.

Quelle: ÖAW

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