Kultur & Gesellschaft

Kelsen hat die "Wiener Rechtstheoretische Schule" begründet © APA (Techt)
Kelsen hat die "Wiener Rechtstheoretische Schule" begründet © APA (Techt)

APA

Edition der Werke von Hans Kelsen wird 25 Jahre lang gefördert

01.12.2017

Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz startet eine historisch-kritische Edition der Werke des Rechtswissenschafters Hans Kelsen, der maßgeblich die österreichische Verfassung von 1920 mitgestaltet hat. Das Vorhaben wird von Matthias Jestaedt von der Uni Freiburg geleitet und von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz in Deutschland bis 2042, also 25 Jahre lang, gefördert.

Im Akademienprogramm der von Bund und Ländern in Deutschland gemeinsam getragenen Wissenschaftskonferenz werden langfristige, vor allem geisteswissenschaftliche Vorhaben gefördert, die aufgrund ihrer langen Bearbeitungsdauer für andere Projektförderungen nicht geeignet sind. Nun wurde das Projekt "Hans Kelsen Werke" mit 1. Jänner 2018 in dieses Akademienprogramm aufgenommen.

Hans Kelsen (1881-1973) war einer der herausragendsten Juristen und Rechtstheoretiker des 20. Jahrhunderts und gilt als "Architekt" der österreichischen Bundesverfassung von 1920. Er studierte in Wien, wurde 1919 Ordinarius an der Uni Wien, wo er die "Wiener Rechtstheoretische Schule" begründete, und Verfassungsrichter. Ab 1930 war Kelsen Professor für Völkerrecht an der Universität Köln. Die Nationalsozialisten enthoben ihn 1933 aufgrund seiner jüdischen Abstammung vom Amt und Kelsen unterrichtete in Folge in Genf und Prag. 1940 emigrierte Kelsen in die USA, wo er bis 1957 an der University of California in Berkeley lehrte und auch starb.

Nachlass wird in Wien aufbewahrt

Kelsens wissenschaftliches Oeuvre umfasst Arbeiten zur Rechtstheorie sowie zahlreiche Beiträge zu Theorie und Dogmatik von Staats- und Völkerrecht, zur Rechtssoziologie sowie zur Rechts-, Staats- und Sozialphilosophie. In Zusammenarbeit mit dem Hans-Kelsen-Institut in Wien, wo der Nachlass des Juristen aufbewahrt wird, sollen nun sämtliche Werke in chronologischer Reihenfolge und in der Sprache ihres Erstdrucks historisch-kritisch editiert werden.

Verantwortlich dafür ist der Freiburger Rechtswissenschafter Matthias Jestaedt und die an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg angesiedelte Hans-Kelsen-Forschungsstelle. Bis 2042 soll die gesamte Edition in 32 Bänden gedruckt und digital veröffentlicht werden, fünf Bände sind bereits erschienen.

Weitere Meldungen Kultur & Gesellschaft
APA
Partnermeldung