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Einladung zur Filmvorführung: "The Class of '38. Exile & Excellence"

31.10.2019

Eric Kandel, Martin Karplus, Ruth Klüger und Walter Kohn zählen zu jener Gruppe exzellenter Forscher/innen, die in jungen Jahren als Jüdinnen und Juden von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, Österreich verlassen mussten und in ihren Aufnahmeländern außergewöhnliche wissenschaftliche Erfolge feierten. Ihre Lebenserfahrungen und Schicksale macht der Film „The Class of '38. Exile & Excellence“ zugänglich. Anlässlich der Erinnerung an die Novemberpogrome zeigt die ÖAW das einzigartige Filmdokument am 8. November 2019 im Festsaal der Akademie.

Als Kinder und Jugendliche erlebten sie die nationalsozialistische Terrorherrschaft in Wien und mussten Österreich verlassen. In ihren Zufluchtsländern reüssierten sie als Wissenschaftler/innen, einige erhielten sogar einen Nobelpreis. Die als Zehnjährige ins Konzentrationslager deportierte Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger gehört ebenso zu dieser „Class of '38“ wie der Neurowissenschaftler Eric Kandel, der Chemiker Martin Karplus und der 2016 verstorbene Physiker Walter Kohn. Sie sind Zeitzeug/innen und Überlebende des Holocaust. Aber nicht nur das: Als herausragende Wissenschaftler/innen haben sie ihr Forschungsfeld nachhaltig geprägt.

In „The Class of '38. Exile & Excellence“, gestaltet vom Filmemacher Frederick Baker, erzählen sechzehn emigrierte Forscherinnen und Forscher von ihren Erfahrungen in Wien – und dem Leben danach. Das Filmdokument der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), entstanden nach einer Idee von ÖAW-Präsident Anton Zeilinger und wissenschaftlich geleitet von den ÖAW-Historiker/innen Johannes Feichtinger und Heidemarie Uhl, bietet in Interviews persönliche und unmittelbare Einblicke in die Kindheit der späteren Forscher/innen und zeigt, welche Spuren die Erfahrungen von Verfolgung, Todesbedrohung und Flucht in ihrem wissenschaftlichen Leben hinterlassen haben.

„Jetzt sind wir keine Österreicher mehr“

Die Literaturwissenschaftlerin Marjorie Perloff war sechs Jahre alt, als Hitler im März 1938 in Wien triumphalen Einzug hielt. Ein Satz ihrer Mutter brannte sich in dieser Zeit für immer in ihr Gedächtnis ein, wie sie in „The Class of '38. Exile & Excellence“ schildert: „Jetzt sind wir keine Österreicher mehr.“ Auch für Eugene Braunwald war der 12. März 1938 jener Tag „als die Welt unterzugehen schien“, so der weltberühmte Kardiologe.

Zu Wort kommen im Film auch die Sozialpsychologin Lotte Bailyn, die Mikrobiologin Hanna Engelberg-Kulka, der Physiker und Wissenschaftshistoriker Gerald Holton, der Konfliktforscher Herbert Kelman, der Kognitionspsychologe George Mandler, der Persönlichkeitspsychologe Walter Mischel, der Ozeanograph Walter Munk, der Entwicklungsökonom Gustav Papanek, der Historiker Peter Pulzer und der Germanist Egon Schwarz

Novemberpogrome

Zum Gedenken an die Novemberpogrome des Jahres 1938 zeigt die ÖAW den Film „The Class of ’38. Exile & Excellence“ am 8. November um 17.00 Uhr im Festsaal der Akademie. Ehrengast der Veranstaltung ist der Nobelpreisträger Eric Kandel.

Um die Lebensgeschichten auch für künftige Generationen zu bewahren, hat die ÖAW eine Webseite zum Film gestaltet. Anhand von Porträts können Schülerinnen und Schüler mehr über die Schicksale der befragten Wissenschaftler/innen erfahren. Der Film ist ab 8. November 2019 auch als DVD im Verlag der ÖAW erhältlich.

TERMIN

Filmvorführung: "The Class of '38. Exile & Excellence"

Ort: Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Zeit: Freitag, 8. November um 17 Uhr

Die Veranstaltung ist kostenfrei zugänglich. Um unverbindliche Anmeldung wird gebeten.

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