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Effekte von "Sharing" seien geringer als oft suggeriert wird © APA (AFP)
Effekte von "Sharing" seien geringer als oft suggeriert wird © APA (AFP)

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Häuser, Kleider, Scooter - So nachhaltig ist Teilen wirklich

09.08.2019

Man muss kein Millionär sein, um alles zu haben: ein Auto, einen E-Scooter, ein Fahrrad, ein Apartment in Barcelona. Für eine schnelle Buchung sind meist nur ein paar Wischs auf dem Smartphone nötig. Es boomt die Kultur des Teilens, in der Ökonomie auch als "Sharing Economy" bezeichnet.

Wer leiht, muss nicht kaufen - und verschwendet somit keine Ressourcen. So sind die Sharing-Modelle oft nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch fürs Gewissen. Aber sind die Angebote wirklich so nachhaltig, wie sie klingen?

Geringer Nutzen für die Umwelt

Maike Gossen vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung in Berlin hat mit Kollegen genau das untersucht und Folgendes herausgefunden: So wie die Sharing-Angebote heute genutzt werden, kann man allenfalls von einem geringen Nutzen für die Umwelt sprechen. "Das Versprechen, Sharing leiste einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt, kann man zwar bejahen – aber die Effekte sind geringer als immer so suggeriert wird", sagt Gossen.

Die ernüchternde Ökobilanz hängt nach Ansicht der Forscher vor allem davon ab, wie die Angebote genutzt werden. "Man spart oder erhält sogar Geld - und das gibt man dann an anderer Stelle wieder aus", erklärt Gossen. In einigen Fällen entstehe durch ein Sharing-Angebot sogar zusätzlicher Konsum. Als Beispiel nennt Gossen die Unterkunftsplattform Airbnb, durch die möglicherweise erst der Anreiz für manche Reise geschaffen wird - die dann wiederum eine zusätzliche Belastung der Umwelt ist. Eine relativ positive ökologische Bilanz haben hingegen private Mitfahrgelegenheiten, durch die Extra-Fahrten eingespart werden.

Neue Möglichkeiten, Geld zu verdienen

Für Unternehmen bietet der Zeitgeist des Teilens neue Möglichkeiten, um Geld zu verdienen. "Es ist sicherlich so, dass Unternehmen das als weitere Marktlücke definieren, um weitere Zielgruppen zu erreichen", sagt Verena Bax, die bei der Umweltorganisation Nabu für Umweltpolitik zuständig ist. "Das Ganze schwimmt natürlich auf einer Nachhaltigkeitswelle."

Die Nabu-Expertin bewertet Sharing-Modelle grundsätzlich als positiven Beitrag zur Umweltentlastung, fügt allerdings hinzu: "Das ist sicherlich nicht etwas für Jedermann und Jederfrau. Nur wenige Menschen sind bereit, sich mit anderen Menschen etwas zu teilen und ihre Komfortzone zu verlassen."

Die Erkenntnisse von Maike Gossen und ihren Kollegen bestätigen diese These: So zählen nur rund 10 Prozent der von den Forschern Befragten zu den aktiven Nutzern, die das Sharing als Teil ihres Lebensstils sehen und viel nutzen. Jeweils knapp 20 Prozent sind pragmatische Nutzer oder solche, die der Idee gegenüber zumindest grundsätzlich positiv eingestellt. Allerdings lehnt auch fast jeder Fünfte das Konzept ab oder kann sich nicht vorstellen, es zu nutzen.

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