Kultur & Gesellschaft

Der Schlossberg: Siedlungsgebiet, Luftschutzbunker, Ausflugsziel,... © StadtmuseumGrazGmbH/E.Prnjarovac
Der Schlossberg: Siedlungsgebiet, Luftschutzbunker, Ausflugsziel,... © StadtmuseumGrazGmbH/E.Prnjarovac

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Historisches Jahrbuch Graz 2020 mit Schloßberg im Mittelpunkt

24.09.2020

Der Schloßberg in Graz ist der Mittelpunkt des neuen Doppelband des Historischen Jahrbuches der Stadt Graz - wie auch jener der Stadt im topografischen Sinn. Auf 516 Seiten widmen sich rund 30 Autoren Standardthemen wie Geschichte der Besiedelung, Flora und Fauna oder dem Dolomitfels als Kunstträger. Die Liedforscherin Eva-Maria Hois befasst sich mit dem Stadtberg im Gesang: "Du musst am Schloßberg stehn und Graz von oben sehn...".

Von der ersten keltischen Besiedlung bis ins 21. Jahrhundert reicht der Themenbogen des Berges, der Mitte September nun auch sein eigenes Museum auf der Höhe hat - in den Räumlichkeiten der Stallbastei, des früheren Garnisonsmuseums im Kanonierhaus und in der Kasematte - mit einer spektakulären 3D-Animation der Schloßberg-Geschichte. Graz ohne den Schloßberg ist ebenso undenkbar wie die nahe slowenische Hauptstadt Ljubljana (Laibach) ohne ihr Ljubljanski Grad - die Burg auf dem Berg in der Stadt. Liedforscherin Hois hat denn auch einen Schloßberg-Walzer des "Oberkrainer"-Gründers Slavko Avsenik ausgemacht, der sich aber auf die Laibacher Stadterhebung beziehen dürfte.

Andere Beiträge wie Franz Leitgebs "Schloßbergpanorama" befassen sich mit früher selten gesehenen Gemälden und den Grazern kaum bekannten Bildern ihrer Stadt wie Conrad Kreuzers sechsteilige Stadtansicht aus den 1840er-Jahren - von oben, versteht sich. Fünf Teile sind im Schloßbergmuseum als eine Art Rundgemälde zu sehen - wofür es ursprünglich nicht gedacht gewesen war.

Die Vielfalt des Schlossbergs

Der Schloßberg war und ist schon vieles gewesen und wird es noch sein: Frühzeitliches Siedlungsgebiet, Tiefgaragenprojekt, Luftschutzbunker, Ausflugsziel (früher auch liebevoll "Pensionistengletscher genannt, Anm.), akustische Kulturstätte im "Bedenkjahr" 1988, Ort des Uhrturmschattens im Europäischen Kulturjahr 2003 und mit "The Graz Vigil" Stätte des Kontemplierens mit spektakulären Ausblick und inneren Einsichten im Grazer Kulturjahr 2020.

Herausgegeben wurde der tiefgehende und spannend zu lesende Doppelband von Friedrich Bouvier, Wolfram Dornig, Museums-Direktor Otto Hochreiter, Nikolaus Reisinger und der Grazer Uni-Zeitgeschichtlerin Karin Schmidlechner. Ab 7. Oktober werden Autoren des Jahrbuches ihre Artikel und neueste Forschungsergebnisse zu ihren Thema im Schloßbergmuseum vorstellen.

Die Foto-Ausstellung "Schloßberg 1982 - Branko Lenarts Subjektive Topografie" des slowenisch-österreichischen Fotokünstlers im GrazMuseum in der Sackstraße befasst sich ebenfalls mit dem Berg inmitten von Graz. Zu sehen ist sie noch bis 26. Oktober.

Service: "Der Grazer Schloßberg. Historisches Jahrbuch der Stadt Graz. Band 49/50". 516 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 29 Euro, Leykam Verlag Graz, auch als E-Book.

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