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Jüdisches Museum erhielt Dokumente der Ringstraßen-Familie Lieben

20.08.2019

Die Nachfahren der Familie Lieben, einer bedeutenden Wiener Ringstraßen-Dynastie, haben dem Jüdischen Museum Wien ein Konvolut an historischen Dokumenten übergeben. Die Schenkung umfasst unter anderem die Tagebücher des Unternehmers Leopold von Lieben, private Korrespondenz sowie Gedichte von Leopold von Liebens Frau Anna.

Museumsdirektorin Danielle Spera zeigte sich in einer Aussendung erfreut: "Für das Jüdische Museum Wien bedeutet diese Schenkung einen weiteren Meilenstein in der Erforschung von Wiener jüdischen Familiengeschichten. Die Liebens nahmen einen wichtigen Stellenwert in Wien ein. Von der Wissenschaft über die Bankwelt bis zur Kultur waren sie führend in der Gesellschaft vertreten."

Der Einsatz für Wien und Österreich habe allerdings nicht vor Verfolgung geschützt: "Einige Familienmitglieder wurden von den Nazis ermordet. Die Schenkung ermöglicht uns, an das Schicksal der Familie Lieben zu erinnern."

Auch Wissenschafter und Künstler

Diese zählte laut Jüdischem Museum zu den typischen Vertretern des großbürgerlichen, politisch liberal gesinnten Wiener Judentums. Aus der Familie gingen erfolgreiche Unternehmer und Bankiers, aber auch bedeutende Wissenschafter und Künstler hervor. Neben dem Chemiker und Universitätsprofessor Adolph Lieben war dies etwa sein Neffe Robert von Lieben (1878-1913), der Erfinder der Verstärkerröhre.

Die Frauen der Familie Lieben hätten wiederum Salons geführt, in der die geistige und künstlerische Elite des Landes verkehrte, hieß es. Zu Gast waren dort etwa die Schriftsteller Ferdinand von Saar, Franz Grillparzer, Eduard Bauernfeld und Hugo von Hofmannsthal.

Die Schenkung erfolgte durch die Urenkel von Leopold und Anna von Lieben, Miki und Ilan Karplus. Deren Großvater war noch vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten nach Palästina ausgewandert.

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