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Unstimmigkeiten um Ende der Köberl-Ära © APA (Hochmuth)
Unstimmigkeiten um Ende der Köberl-Ära © APA (Hochmuth)

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Naturhistorisches Museum: Kuratorium bedauert Vertragsende Köberls

16.03.2020

Die in der Vorwoche getroffene Entscheidung von Kunststaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne), den Vertrag des amtierenden Generaldirektors des Naturhistorischen Museum (NHM) Wien, Christian Köberl, nicht zu verlängern, wird vom Kuratorium des Hauses "sehr bedauert". Sie wäre für eine Vertragsverlängerung mit Köberl gewesen, sagte Kuratoriumsvorsitzende Sabine Seidler am Montag zur APA.

Köberl, der mit Anfang Juni von der deutschen Biologin Katrin Vohland abgelöst wird, habe in den vergangenen zehn Jahren das NHM geprägt und gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Herbert Kritscher "viele Erfolge feiern" können, heißt es in einer Aussendung des Kuratoriums. Als Beispiele werden die Verdoppelung der Besucherzahlen, betriebswirtschaftliche Stabilität, eine Vervielfachung der Drittmittel, eine lebende Citizen Science-Strategie und viele qualitativ hochwertige und gesellschaftlich relevante Sonderausstellungen genannt.

Positiv sieht das Kuratorium, dass "nach einem für alle Beteiligten nahezu unzumutbar langem Prozess eine Entscheidung getroffen ist". Köberls Posten wurde Anfang Oktober vergangenen Jahres ausgeschrieben. Gleichzeitig wurde eine Bestellungskommission eingesetzt, der neben Seidler u.a. auch der Vorgesetzte von Vohland, Johannes Vogel, Generaldirektor des Naturkundemuseums in Berlin, angehört hat. Dieser hatte sich laut Lunacek bei der Entscheidung für befangen erklärt und nicht mitgestimmt. Dennoch wurde dies ebenso kritisch gesehen wie die Entscheidung Lunaceks für Vohland, die bei den Grünen in Brandenburg aktiv war.

Seidler "bedauert", dass das Auswahlverfahren so gelaufen ist, sie glaubt aber nicht, dass das einen Schaden für das Haus bedeuten werde. "Wir haben mit Frau Vohland eine Person, die kompetent ist." Die Bestellungskommission hat aus den acht Bewerbern mit Köberl und Vohland zwei Personen als "besonders geeignet" eingestuft, "es sind zwei Kandidaten mit unterschiedlichen Qualitäten", sagte Seidler. Mit dem gleichzeitigen Wechsel beider Geschäftsführer werde aber "ein unnötiges Risiko" eingegangen.

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