Kultur & Gesellschaft

Katrin Vohland auf dem Fahrrad "NHM Wien on tour" © NHM Wien/A. Schumacher
Katrin Vohland auf dem Fahrrad "NHM Wien on tour" © NHM Wien/A. Schumacher

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Naturhistorisches Museum Wien geht mit Fahrrad auf Tour

22.09.2020

Das Naturhistorische Museum Wien (NHM) geht mit einem E-Bike auf Tour. Als "Fahrradboten des Wissens" wollen Vermittler verschiedene gesellschaftsrelevante Themen in die Grätzeln und Parks der Stadt bringen. Corona-bedingt richtet sich das interaktive und partizipative Angebot derzeit nur an Schulen - sobald es möglich ist, soll das Lastenrad auch auf Forschungsfesten, Messen und Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Zum Auftakt widmet man sich dem Thema Lichtverschmutzung.

Das Rad sei "ein Statement", sagte die Museumspädagogin Iris Ott bei der Vorstellung des Projekts. "Wir wollen inklusiver werden für Menschen, für die es keine Option ist, in ein Museum im 1. Bezirk zu gehen." Ziel sei es auch partizipativer zu werden, "Wissenschaftskommunikation soll Teilhabe ermöglichen". Dazu setzt man neben klassischen musealen Objekten aus der Sammlung des Museums auch auf neue Technologie, die einen niederschwelligen, spielerischen Zugang zu den vermittelten Themen ermöglichen soll.

Mit dem ersten Thema "Lichtverschmutzung" will man über die negativen Auswirkungen von Kunstlicht auf Mensch und Natur informieren und gleichzeitig zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle anregen. Dazu gibt es auf dem Lastenrad zwei Touchscreens, als Exponate einige Insekten und Vögel, die von der Lichtverschmutzung betroffen sind, und ein sogenanntes "Shadowgram". Mit dieser menschengroßen LED-Leuchtwand kann man seinen Körperschatten als Vinyl-Sticker ausdrucken, mitnehmen oder auf einer Brainstorming-Wand aufkleben und dort die Frage beantworten "Hat Licht auch Schattenseiten für Sie?". Die Antworten sollen auch in die Forschung des Museums zu dem Thema einfließen.

"Konzept der Selbstwirksamkeit"

Man verfolge mit dem neuen Vermittlungsangebot auch das "Konzept der Selbstwirksamkeit", betonte NHM-Generaldirektorin Katrin Vohland. Schüler, Lehrer, Eltern sollen sich Gedanken machen, was sie selbst tun können, beim aktuellen Thema etwa gegen die Lichtverschmutzung.

Benannt wurde das erste NHM-Fahrrad "Ida 001". Damit wird einerseits an die Wiener Naturforscherin und Reisende Ida Pfeiffer (1797-1858) erinnert, andererseits signalisiert, dass weitere Fahrräder folgen sollen. Geplant sei, mit mehreren Themen gleichzeitig durch die Stadt zu fahren.

Aufgrund der Pandemie kann das Fahrrad derzeit nur von Schulen gebucht werden, die Kosten betragen 300 Euro für einen Vormittag. Für den späteren Einsatz auf diversen Veranstaltungen werden Kooperationspartner gesucht, sagte Ott. Die Station, die sich sowohl an Kinder, Jugendliche und Erwachsene richtet, kann von bis zu sechs Personen gleichzeitig benutzt werden, die Interaktion soll dabei zwischen 15 und 30 Minuten dauern.

Service: www.nhm-wien.ac.at

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