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Zwei Wissenschaftsautoren zeigen: Sachbücher können unterhaltsam sein © Pustet Verlag / Hanser Verlag
Zwei Wissenschaftsautoren zeigen: Sachbücher können unterhaltsam sein © Pustet Verlag / Hanser Verlag

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Neue Bücher: Astronomen erklären Geschichte des Universums

23.09.2019

Eine unvorstellbar große Zahl von Sternen gibt es im Kosmos. Kann man dann anhand von nur 100 Sternen dessen Geschichte erzählen? Der Wissenschaftsautor Florian Freistetter versucht es in seinem neuen Buch "Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen". Und der Grazer Astrophysiker Arnold Hanslmeier liefert in seinem Buch "Unser Platz im Kosmos" Antworten auf die Frage "Woher kommt die Welt?".

Der Astronom und Wissenschaftsblogger Freistetter hat sich in seinen letzten beiden Büchern mit Isaac Newton und Stephen Hawking zwei Granden der Wissenschaftsgeschichte gewidmet. Nun hat er sich wieder dem Kosmos zugewandt, den er mit seinen "Science Buster"-Kollegen ja schon zur "Scheißgegend" erklärt hat. Anhand von 100 Sternen - darunter prominente wie "Wega" oder der "Polarstern" und unbekannte wie "L1448-IRS2E" oder "V1" beantwortet er Fragen wie jene nach dem hellsten oder jüngsten aller Sterne, dem fernsten ohne Hilfsmittel sichtbaren Stern, erzählt über mögliche Schwestern der Sonne und Hyperschnellläufer.

Es ist sicher nicht die ganze Geschichte des Universums, die Freistetter anhand der 100 Sterne vermittelt, doch man bekommt einen guten Überblick über Vergangenheit und Zukunft des Universums und die Prozesse, die sich in nahen und fernen Welten seit 13,8 Milliarden Jahren abspielen. Die 100 Kapitel des Buchs sind so konzipiert, dass sie unabhängig voneinander gelesen werden können. Man kann also quasi durch das Universum flanieren und sich bei dem einen oder anderen Stern in ein Thema vertiefen, wobei sich durch diese Struktur einige Redundanzen ergeben.

Annäherung an den Heimatplaneten

So wie Freistetter durchbricht auch der Astrophysiker Arnold Hanslmeier von der Universität Graz mit seiner Neuerscheinung "Unser Platz im Kosmos" einen Trend der vergangenen Jahre im Bereich populärwissenschaftlicher Sachbücher: Der Wissenschafter gönnt sich und dem Leser in seiner umfangreich bebilderten Annäherung an die Sicht des Menschen auf seinen Heimatplaneten und dessen Platz im Universum einen fast erfrischenden, weil gar nicht bemüht komödiantischen Erzählton.

Stattdessen führt Hanslmeier relativ sachlich durch die jahrtausendelange Erkenntnisgeschichte, die von den ersten mehr oder weniger systematischen Himmelsbeobachtungen bis in die Quantenmechanik, Teilchenphysik, Relativitätstheorie oder die Idee des Multiversums führt. Wer sich abseits von mitunter überkonstruierten Schenkelklopfern kompakt mit diesen Themen auseinandersetzen möchte und mit dem Charme eines Lehrbuchs etwas anfangen kann, liegt bei "Unser Platz im Kosmos" durchaus richtig.

Service: Florian Freistetter: "Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen", Hanser Verlag, 304 Seiten, 22,70 Euro, ISBN 978-3-446-26399-4. Arnold Hanslmeier: "Unser Platz im Kosmos", Verlag Anton Pustet, 192 Seiten, 24 Euro, ISBN: 978-3-7025-0952-1

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